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Beerdigung von Bernd Schröder : „Sein ganzes Leben lang gekämpft“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Eine Region nimmt Abschied: Trauerfeier für ehemaligen Landtagsabgeordneten Bernd Schröder in der Pinneberger Friedhofskapelle.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2013 | 12:00 Uhr

In der Pinneberger Friedhofskapelle war kein Platz mehr frei. Der aufgebahrte Sarg, umgeben von Blumen und Kränzen. Etwa 120 Menschen aus der ganzen Region waren gekommen, um von Bernd Schröder Abschied zu nehmen. Darunter der ehemalige Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, Peter Harry Carstensen, SPD-Landeschef Ralf Stegner und zahlreiche Politiker und Geschäftsleute aus dem Kreis Pinneberg sowie Vertreter von THW und
Feuerwehr. Der SPD-Politiker war am 23. September nach jahrelangem Kampf gegen den Krebs gestorben.

Bernd Rohwer, IHK–Geschäftsführer, ehemaliger Wirtschaftsminister Schleswig-Holsteins und langjähriger politischer Weggefährte, erinnerte daran, dass Schröder erst vor 15 Monaten seinen Abschied aus der Politik verkündet hatte. Den Gedanken an eine Rückkehr noch im Hinterkopf. „Es sollte nicht sein, die Kraft hat einfach nicht mehr gereicht“, so Rohwer. Für Schröder sei die Politik keine Bühne gewesen, er habe niemals eine Rolle gespielt, sondern sei immer er selbst geblieben. Er schloss mit den Worten: „Bernd Schröder hat in ganz Schleswig-Holstein tiefe Spuren hinterlassen.“

Zuvor hatte sich Wolfgang Bromma , der ehemalige Bürgermeister von Uetersen, ganz persönlich von seinem Freund Bernd Schröder verabschiedet. Vom Genussmenschen und Hobbykoch, der sich auf jeden Besuch bei seinem Lieblingswinzer freute und „niemals dem Duft frischgebratener Wurst widerstehen konnte.“ Von einem Familienmenschen, der so stolz auf seinen Sohn und seinen Enkel war.

Bromma schilderte Schröders Optimismus, als er vor zwei Wochen aus dem Krankenhaus entlassen wurde, die gemeinsamen Urlaubspläne und den Schock, als sich der Zustand des Freundes plötzlich verschlechterte. „Er hat gekämpft – wie er sein Leben lang gekämpft hat“, sagte Bromma und erzählte von einer Kindheit in Armut und dem Gerechtigkeitssinn der daraus entstand. „Er war im besten Sinne ein Vertreter des Volkes“, betonte Bromma, bevor er das Wort direkt an seinen Freund richtete: „Du wirst fehlen, Bernd.“

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