See-Projekt: Stadtmission steigt aus

Investor Semmelhaack findet neuen Partner

shz.de von
12. Juni 2014, 16:00 Uhr

Überraschende Wende bei dem Millionenprojekt „Tornesch am See“: Die Stadtmission Kiel zieht sich zurück. Das Unternehmen wollte 170 noch zu bauende Wohneinheiten unterhalten. Nach Fertigstellung mit ambulanten Pflegeangeboten versorgen. Laut Geschäftsführer Kay Nernheim wolle die Stadtmission derzeit keine neuen Projekte beginnen. Die für das Gesamtprojekt Verantwortlichen, die Stadt Tornesch und das Bauunternehmen Semmelhaack, präsentieren jedoch einen Nachfolger. Die Paritätische Pflege Schleswig-Holstein – kurz Pflege SH – springt ein und führt das Inklusionsprojekt weiter. „Wir freuen uns, einen kompetenten und leistungsfähigen Partner gefunden zu haben“, teilt Semmelhaack-Sprecher Hartmut Thede mit.


Wohnraum für alle Generationen


Vor etwa drei Wochen hatte die Stadtmission die Stadt und das Semmelhaack von dem Rückzug unterrichtet. Bürgermeister Roland Krügel (CDU) setzte den Sozialausschuss bereits in Kenntnis. Semmelhaack trat in Verhandlung mit Pflege SH und rannte offene Türen ein, denn die Partner ziehen schon bei einem ähnlichen Projekt in Elmshorn an einem Strang: „Für uns ist das kein Problem, ein Quartiersmanagement ins Leben zu rufen“, sagt Pflege SH-Geschäftsführerin Irini Aliwanoglou.

Pflege SH betreibt in Elmshorn einen Pflegedienst: „Mit diesem können wir die Versorgung in Tornesch gewährleisten“, so Aliwanoglou. Es sei sogar möglich, eine Tornescher Dependance oder einen neuen Dienst zu gründen. Die bisher geplanten 170 Wohneinheiten könnten laut Aliwanoglou noch nach oben korrigiert werden. Das Ziel sei, Wohnen und Leben zu gestalten, Hilfe anzubieten wo sie benötigt wird und Treffpunkte für die Bewohner des Quartiers zu schaffen. Wohnen sollen dort alle Generationen – mit Beeinträchtigung oder ohne. Aliwanoglou spricht auch von einer Hausgemeinschaft, in der Demenzerkrankte leben können. Pflege SH ist ab August dieses Jahres vor Ort. Das Konzept des Unternehmens will Aliwanoglou am Montag, 23. Juni, um 19 Uhr im Sozialausschuss im Tornescher Rathaus (Wittstocker Straße 7) vorstellen.

„Wir begrüßen es sehr, dass unser ursprünglicher Gedanke, in diesem Neubaugebiet ein Wohnungsangebot für alle Zielgruppen bereit zu halten, in die Tat umgesetzt wird“, sagt Krügel. Die bisherigen Pläne würden weiterentwickelt. Mit einer Bauverzögerung rechnet der Verwaltungschef nicht.

Die Pläne der jetzt abgesprungenen Stadtmission Kiel sind im Februar 2011 der Tornescher Politik vorgestellt worden. Insgesamt entstehen in dem Neubaugebiet 750 Wohneinheiten.




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