Sanierungsstau : Schwarzer Peter für die JCS

Schulleiterin Uta Holst-Timm kämpft dafür, dass diese fast 20 Jahre alten Baracken endlich abgerissen werden und dort ein Neubau entsteht.
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Schulleiterin Uta Holst-Timm kämpft dafür, dass diese fast 20 Jahre alten Baracken endlich abgerissen werden und dort ein Neubau entsteht.

Wiederholte Verschiebung des Neubaus sorgt für Unverständnis bei Eltern und Leitung.

shz.de von
30. Mai 2015, 16:00 Uhr

Pinneberg | Die Johann-Comenius-Schule in Thesdorf liegt im Grünen. Etwa 800 Jugendliche besuchen die Gemeinschaftsschule. Engagierte Lehrer, ein tolles Klima. Der einzige Makel sind die Pavillons. Ein Euphemismus, denn tatsächlich sind es Baracken.

Vor 20 Jahren wurden sie als Provisorium aufgestellt. Aber noch heute werden sie für den Unterricht genutzt. Zwar liegt eine Grundsatzentscheidung für einen Abriss und einen An- und Neubau vor, doch in dieser Woche erhielt Schulleiterin Uta Holst-Timm eine Hiobsnachricht aus der Verwaltung: Um die Auflagen für den Haushalt 2015 zu erfüllen, sollen die Planungen für den Neubau auf 2016 verschoben werden. Es geht um eine Einsparung von 2,6 Millionen Euro im Rahmen der Verpflichtungsermächtigungen.

„Zwei Jahre nach der Grundsatzentscheidung sind wir keinen Schritt weiter. Der Umgang mit Eltern und Schulleitung ist nach wie vor intransparent, und nur auf Nachfrage oder last minute findet Kommunikation statt“, kritisiert Holst-Timm. Bereits 2005 seien die Baracken im Gebäudeplan als abgängig beschrieben worden. Schon ihr Vorgänger Walter Uchtenhagen hatte einen Schriftverkehr darüber mit der Verwaltung. Holst-Timm gibt zu bedenken, dass immer wieder Notfallreparaturen aufgrund des desolaten Zustands der Baracken anfallen würden. Zwei Architektenentwürfe gebe es. „Aber die Kommunikation mit der Verwaltung ist mitten in der Planung abgebrochen.“

Warum der JCS der Schwarze Peter zugeschoben wurde, kann niemand nachvollziehen. „Wir verstehen nicht, warum diese Stelle gestrichen werden soll und warum alle anderen Verpflichtungsermächtigungen für dieses Jahr davon ausgeschlossen sind. Warum wird nicht bei anderen Projekten gekürzt, die einen deutlich höheren Finanzbedarf haben?“, fragt sie.

Die Verwaltung teilte mit, dass es nicht zu Verzögerungen kommen werde, weil derzeit sowieso keine Kapazitäten frei seien, um sich dieses Jahr um die Planungen für die JCS kümmern zu können, unabhängig von der Verpflichtungsermächtigung. Das soll nächstes Jahr geschehen. Holst-Timm bleibt skeptisch: „Mir fehlt die Zuversicht daran zu glauben, dass es nächstes Jahr losgeht“, sagt sie. Denn das hat sie schon viel zu oft gehört.

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