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Pinneberger Tageblatt

24. Oktober 2017 | 04:16 Uhr

Schwarz-Gelb und Rot-Grün gleich auf

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erstellt am 27.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Kreis Pinneberg | Gerade einmal 5,9 Prozent haben die Liberalen bei der Kreistagswahl erhalten, 5,2 Punkte weniger als noch im Jahr 2008. Der Parteivorsitzende, Günther Hildebrand, war trotzdem nicht traurig: "Es ist ein normales FDP-Ergebnis. Vor fünf Jahren war es außergewöhnlich hoch." Er und seine Partei seien zwar "enttäuscht", schließlich hätten die Liberalen bis zuletzt eine "erfolgreiche Arbeit" im Kreistag geleistet, doch ein "schwacher" Trost bleibe: "Wir liegen über dem Bundestrend", sagte der Ellerbeker Bürgermeister Hildebrand. Auch Klaus G. Bremer, Fraktionschef im Kreistag, bewertete die Zahlen so: "Das Ergebnis ist für uns natürlich enttäuschend. Vor fünf Jahren sind wir auf einer Welle geschwommen, das ist klar." Laut Bremer merke die FDP stets, "dass wir in der Basis Prügel kriegen, wenn in Berlin etwas nicht läuft".

Enttäuschung machte sich auch bei der Kreiswählergemeinschaft Pinneberg (KWGP) breit: Sie verlor 1,2 Punkte und fiel von 3,8 im Jahr 2008 auf 2,6 Prozent. "So wie es aussieht, hat die KWGP nur einen Sitz. Morgen müssen wir analysieren, woran es gelegen hat", sagte der Fraktionschef Burghard Schalhorn.

Tief stürzten auch die Linken ab: Erreichte die Partei 2008 noch 5,8 Prozent, waren es gestern nur noch 2,5 Prozent. Die Spitzenkandidatin, Astrid Sawatzki, betrachtete das Ergebnis dennoch als Erfolg: "Das ist die Belohnung für fünf Jahre erfolgreiche sozialistische, soziale und solidarische Arbeit."

Anders war die Stimmung bei den Grünen: Lokal- und Landespolitiker, fast alle in grüner Kluft, verfolgten gespannt die Bekanntgabe der ersten Ergebnisse. Als die Zahlen für Schenefeld vorlagen, gab es kein Halten mehr: Jubelschreie im Wahlstudio. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Eka von Kalben, befürchtete gar: "22 Prozent sind toll. Schenefeld ist ein Ort, in dem ich mir nicht sicher bin, ob wir nicht genügend Leute auf der Liste haben." Auch Thomas Giese, Fraktionschef im Kreistag, war begeistert: "Wir liegen jetzt um und bei 16 Prozent - drei Prozent mehr als beim letzten Mal. Ich freue mich, dass wir noch einmal zulegen konnten - nicht nur nach Stimmen, sondern auch nach Sitzen."

Zulegen, wenn auch nur leicht, konnte auch die SPD: Die Sozialdemokraten erzielten 31 Prozent - und somit 3,2 Punkte mehr als 2008. Da waren es 27,8 Prozent. Vorsitzender Thomas Hölck: "Ich bin hoch zufrieden, wir haben stark dazu gewonnen" - zumindest in Bezug auf die niedrige Wahlbeteiligung. Das Ergebnis mache Mut für die Bundestagswahl im September. Zudem sei es "gut zu wissen, dass Schwarz-Gelb nicht mehr die stärkste Gruppe ist", so der Haseldorfer. "Wir haben unser Wahlziel erreicht", betonte auch Hans-Helmut Birke, Fraktionschef im Kreistag. "Eine schwarz-gelbe Politik im Kreistag wird nicht fortbestehen." Bei ihrer Wahl-Party im Elmshorner Lokal "Im Winkel" war die Stimmung der Genossen ausgelassen. Das starke Ergebnis der Elmshorner Kandidaten löste Jubelschreie aus. "Alle unsere Kandidaten haben sich ins Zeug gelegt", freute sich Ernst Dieter Rossmann, Ortschef und Bundestagsabgeordneter.

Das sehen die Chistdemokraten anders: Sie sind mit 39,1 Prozent erneut stärkste Kraft im Kreistag - und legten sogar leicht zu: 0,3 Punkte im Vergleich zum Jahr 2008. "Ich kann jetzt schon sagen, dass wir unser Wahlziel erreicht haben", so Parteichef Ole Schröder. Er fügte an: "Wir können weiter gestalterisch wirken." Der Bundestagpolitiker habe nicht gedacht, "dass wir das Ergebnis der letzten Wahl so deutlich steigern können." Ins Stocken geriet der Bundestagsabgeordnete, als die Ergebnisse aus Wedel bekanntgegeben wurden: "Was ist denn da in Wedel los?" Der "dramatische Einbruch" in der Rolandstadt sorgte bei ihm für Unverständnis. Als der Parteichef jedoch die Medienvertreter neben sich sah, wollte er diese Aussage wieder "einkassieren". Die Wedelerin und Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Heike Beukelmann, war indes zufrieden: "Das Grundziel, nämlich die stärkste Fraktion im Kreistag zu bleiben, haben wir deutlich erreicht."

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