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Pinneberger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 13:06 Uhr

Pinneberg : Schutzräume für Familien schaffen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Hilfe zur Selbsthilfe: Karin Struckmeiers Beratungsstelle feiert zehnjähriges Bestehen mit einem Empfang.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Familien mit behinderten Familienmitgliedern zu begleiten, auffällige Kinder mit Entwicklungsschwierigkeiten zu unterstützen, die Inklusion dieser Kinder und Familien in die Gesellschaft zu fördern und vor allem Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten – darum geht es bei „Familienräume“. Und das schon seit zehn Jahren. Ein runder Geburtstag, der heute ab 18 Uhr mit einem Empfang in der Drostei, Dingstätte 23, gefeiert wird.

„Wir haben vor zehn Jahren auf kleinem Fuße angefangen, heute haben wir 100 Mitarbeiter“, blickt Geschäftsführerin Karin Struckmeier stolz zurück. Die ehemalige Leiterin einer Kindertagesstätte wollte ihre Fähigkeiten als gelernte Sozialpädagogin und Familientherapeutin gezielter einsetzen und gründete 2003 den heil- und sozialpädagogischen Betrieb, der im gesamten Kreis Pinneberg tätig ist. „Wir möchten Familien einen Schutzraum geben, um sich zu entwickeln und mutiger zu werden“, erklärt Struckmeier. Hierfür arbeiten die „Familienräume“ auch eng mit den verschiedenen Ämtern des Kreises zusammen. So bekommt das sozialpädagogische Team, als ein Arbeitsbereich der „Familienräume“, die Familien vom Jugendamt zugewiesen. 55 Familien sind es aktuell.

„Die klassischen Hauptziele unserer Arbeit sind die Steigerung der Erziehungskompetenzen der Eltern, die Schaffung von Freizeitaktivitäten für die Kinder und die Wohnraumsuche. Viele Familien wohnen auf deutlich zu engem Raum und familiäre Probleme werden dadurch verstärkt“, berichtet Raphael Krause, Leiter des sozialpädagogischen Teams. In seiner Arbeit habe es in den letzten Jahren einen deutlichen Zuwachs an Familien mit psychisch erkrankten Eltern, meist Mütter, und an Familien mit Migrationshintergrund gegeben. Außer der sozialpädagogischen Unterstützung bieten die „Familienräume“ auch heilpädagogische Förderung in Kindergärten und im Elternhaus an. 160 Kinder und deren Familien nutzen das Angebot aus Einzelintegration und spielerischen Maßnahmen zur Verbesserung von kognitiven, motorischen und kommunikativen Kompetenzen.

Die gesamte Förderarbeit der „Familienräume“, die sich unter anderem auch aus Schulbegleitung oder präventiver Beratung in Kindergärten zusammensetzt, verfolgt einen systematischen Ansatz. „Ich vergleiche das immer mit einem Mobile“, erklärt Krause anhand eines Bildes: „Was bringt es den untersten Teil, also das Kind zu beruhigen, wenn die oberen Teile des Mobiles, also das Umfeld wie Familie oder Schule, weiterhin nicht im Gleichgewicht sind?“

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