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Pinneberg : Schulzentrum Nord: Die Schule wird noch bunter

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Dank Spenden: Umsetzung des Farbkonzepts am Schulzentrum Nord geht weiter. Blau fördert Aufmerksamkeit beim Lernen.

von
erstellt am 16.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Pinneberg | „Es sieht hier aus wie in einem Krankenhaus. Weiß und zu steril“. Das haben die Schüler gesagt, als 2012 der Neubau im Schulzentrum Nord fertig gestellt wurde, erinnert sich Susanne Gilberg-Lemke, stellvertretende Leiterin der Schule. Als die Jungen und Mädchen aufgefordert wurden, Vorschläge zu machen, gab es schnell einen gemeinsamen Nenner. Hier fehlt Farbe. Die Schule muss bunter werden, so die einhellige Meinung.

Dass die Wände nicht einfach nur neu gestrichen wurden, ist der Schulleitung zu verdanken. In Zusammenarbeit mit der Pinneberger Künstlerin Gisela Meyer-Hahn, die weit über die Grenzen der Kreisstadt hinaus bekannt ist, wurde ein Farbkonzept für die Grund- und Regionalschule entwickelt.

Das Projekt ist ein „work in progress“ – es geht über Jahre. Derzeit sind etwa die Hälfte der Flächen farbig gestaltet. Und bald werden es ein paar mehr sein, schließlich sollen einmal alle drei Gebäudetrakte – Altbau, Neubau und Turnhalle – farblich umgestaltet werden und eine Einheit bilden. Außerdem wollen die Verantwortlichen einen kulturellen Farbhintergrund schaffen. Eine pfiffige Idee. „45 Prozent der Schüler haben einen Migrationshintergrund oder sind Ausländer“, sagt Gilberg-Lemke.

So ehrenvoll die Absichten aus sind: Kunst kostet Geld. „Wir sind abhängig von den Finanzen“, sagt die Leiterin. Eltern und Kinder sammelten zu Beginn des Projekts Geld, ein Sponsorenlauf wurde organisiert. Die Aktionen konnten beginnen. Jetzt gibt es wieder einen warmen Geldregen. Die Pinneberger Firma Hempel, die Farben herstellt, spendete 2000 Euro. Von den Lions gab es 1000 Euro. Durch Aktionen und Sponsoren ist die Summe auf 8000 Euro angewachsen.

Goethes Farbenlehre

„Das macht es möglich, dass wir die Säulen angehen“, sagt Gilberg-Lemke. Davon stehen vier im alten Trakt: Gisela Meyer-Hahn will sie im Sinne von Goethes Farbenlehre in den Grundfarben Gelb, Rot und Blau und Grün streichen. Auch sollen sogenannte Farbglas-Textil-Aquarelle mit indirektem Licht angebracht werden. Übrigens eine Erfindung der Künstlerin, für die sie einst für den deutschen Designer-Preis nominiert wurde.

Das alles sieht jetzt nicht nur farbenfroh aus, sondern hat auch einen lernpsychologischen Hintergrund: „Farbtöne im Blau- und Grünbereich etwa fördern die Aufmerksamkeit“, erklärt Meyer-Hahn. Deswegen wurde ein naturwissenschaftlicher Raum der Schule auch so gestrichen. „Damit werden die Emotionen runtergefahren, der Intellekt angeregt“, sagt sie. Die verwendeten Farben sollen sich durch eine hohe Lichtreflexion auszeichnen, so Meyer-Hahn. Ihr sei aufgefallen, dass der Geräuschpegel gesunken sei, nachdem das Treppenhaus grün gestrichen worden sei. „Es ist vielleicht übertrieben zu sagen: Seit heute ist die Schule ruhiger“, wirft Gilberg-Lemke ein. Aber beide geben zu, dass die Schüler jetzt mehr Wertschätzung zeigten.

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