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Pinneberger Tageblatt

19. Oktober 2017 | 19:16 Uhr

Schulleiterin nimmt ihren Hut

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Abschied Angelika Lahrs geht in den Ruhestand und nimmt die Wertschätzung der Menschen, die ihr begegnet sind, mit

shz.de von
erstellt am 22.Jul.2017 | 16:00 Uhr

Großer Bahnhof für eine Pädagogin, die in ihrer beruflichen Laufbahn offenbar alles richtig gemacht hat: Angelika Lahrs hat sich mit dem letzten Schultag aus dem Leitungsteam des Quickborner Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in den Ruhestand verabschiedet. In einer Feierstunde, an der außer ihren Kollegen, langjährigen Weggefährten und einer großen Delegation der Stadt auch Familie und Rektoren der umliegenden Schulen teilnahmen, zeichneten die Redner das Bild einer kompetenten, ideenreichen und pragmatischen Lehrerin und eines zugewandten, geduldigen und warmherzigen Menschen.

Es waren wohl insbesondere die Beiträge derjenigen, mit denen Lahrs täglich zu tun hatte, die sie besonders berührt haben dürften. So eröffnete der Unterstufenchor mit einer besonderen Version des irischen Reisesegens die Veranstaltung, setzte sich der Lehrer Sebastian Plaß zwischen den einzelnen Programmpunkten immer wieder ans Klavier, erinnerten Maria Schmidt und Kerstin Thomsen vom Schulleitungsteam in einem Bildervortrag an die Höhepunkte von Lahrs’ Wirken am Gymnasium. Wiederkehrende Themen waren dabei die Veränderungen der Schullandschaft und die langjährigen Bauarbeiten, die noch immer nicht vollständig abgeschlossen sind.

„Du hast eine Schule betreten und verlässt eigentlich eine ganz andere“, fasste ihr langjähriger Stellvertreter und nun auch Nachfolger, Manfred Brandt, seine Empfindungen zusammen. Bei ihrem Antritt vor 13 Jahren sei sie auf eine „tendenziell renitente Schulleitungsrunde“ getroffen, heute allerdings werde die Zusammenarbeit von Wertschätzung getragen. „Das muss mit dir zu tun haben“, sagte Brandt, der gleichzeitig feststellte, sie habe keine einzige Dienstaufsichtsbeschwerde bekommen. „Könnte das ein Hinweis sein, dass hier eine Gute am Werk war?“ Die Vorsitzende des Schulelternbeirats, Carola Kaldenhoff, verbindet mit Lahrs diplomatisches Geschick, Sachlichkeit und den unbedingten Willen zu einem guten Miteinander.

Ebenso wie Schulleiterkollege Michael Bülck, der für die Schulleiterrunde sprach. Sie habe in ihrer ruhigen und freundlichen Art Impulse gesetzt, gemeinsam mit anderen Ziele erreicht und dabei nie das tägliche Geschäft aus den Augen verloren. „Das System Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium wird in naher Zukunft zweierlei tun und darin keinen Widerspruch sehen: einerseits dich von Herzen vermissen und sich andererseits in Windeseile mit deinem Nachfolger beschäftigen“, sagte Bülck.

Poetisch wurde es schließlich bei dem Vortrag der Lehrer Gesche Vollandt, Frauke Leuckfeld und Matthias Junge. Sie nahmen die Zuhörer mit auf einen Spaziergang durch das Lebenshaus von Angelika Lahrs, führten sie im Geiste durch verschiedene Räume und zeichneten damit den nun vorgegebenen Weg nach. Fazit: Ab sofort wird sie sich um ihre Enkelkinder kümmern, viel lesen, in ihrem Garten arbeiten, reisen und Freunde und Familie um sich versammeln. Die Bestätigung kam prompt.

Das Leben sei Bewegung, und sie stelle gerade viele Weichen auch in ihrem Privatleben neu, sagte die scheidende Rektorin. „Ich wollte keine Verabschiedung, aber auf diese hätte ich ungern verzichten mögen.“ Die Worte der Redner hätten ihr gut getan, sie berührt und auch in Verlegenheit gebracht.

„Der Lehrerberuf war immer so ganz meiner. Die persönlichen Begegnungen und manchmal auch das Ringen machen das Dasein als Lehrer so abwechslungsreich.“ Gleichzeitig habe der Beruf auch seinen Preis, denn die zeitliche und psychische Belastung sei sehr hoch. „Deshalb habe ich mich auch entschieden, ein Jahr vor der Zeit aufzuhören“, sagte Lahrs.


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