Schulen schlagen Alarm: Junge Lehrer sind im Kreis Mangelware

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24. Juli 2013, 12:56 Uhr

Kreis Pinneberg Die Lage ist ernst: Für die Schulen im Kreis Pinneberg wird es immer schwerer, offene Stellen zu besetzen. Die Gründe für den Mangel an jungen Lehrern sind vielschichtig: Die Konkurrenz zur benachbarten Hansestadt Hamburg und die Ausbildungssituation in Schleswig-Holstein sorgen für ein Defizit bei bestimmten Fächern. Der Kreis Pinneberger Schulrat Dirk Janssen beschreibt die personelle Situation an einigen Schulen "zum jetzigen Zeitpunkt noch als angespannt".

Das wird auch im Bildungsministerium in Kiel so gesehen. Zahlen seien jedoch nicht verfügbar, da vielerorts noch Stellenbesetzungen liefen. Hauptgrund für den Mangel sei die geographische Lage des Kreises.
"Wir merken im Kreis Pinneberg die Konkurrenzsituation mit Hamburg", sagt Beate Hinse vom Ministerium. Viele Uni-Absolventen würden sich in beiden Bundesländern bewerben und sich dann für Hamburg entscheiden - aus Gründen der Attraktivität. Das bestätigt auch Schulleiter Uwe Lorenzen von der Elmshorner Elsa-Brändström-Schule: "In Hamburg werden den Bewerbern zum Teil Beförderungsmöglichkeiten versprochen, die dann aber gar nicht eingehalten werden."

Probleme in der Unterrichtsversorgung
Ein weiterer Grund für den Lehrermangel ist die geringe Absolventenzahl an den Universitäten im Land: Besonders betroffen sind die Fächer Mathe, Physik, Biologie, Chemie und bestimmte Sprachen. "Es werden einfach nicht genügend Referendare ausgebildet, um den Bedarf zu decken", sagt Lorenzen.

Die Folgen in der Praxis beschreibt Rainer Wieschendorf vom Barmstedter Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasium: "Im Fach Physik muss der Unterricht gekürzt werden, weil nicht genug Lehrer da sind." Falle ein Kollege längerfristig aus, gebe es Probleme in der Unterrichtsversorgung. "Wir haben schon Lehrer zur Aushilfe eingestellt, die eigentlich auf eine Referendariatsstelle warten."

Im Kreis Steinburg scheint die Lage ähnlich, wie Schulleiter Norbert Spieß von der Jacob-Struve-Schule in Horst bestätigt: "Es ist fast so kompliziert eine Stelle zu besetzen, wie eine Ferienwohnung auf Sylt zu bekommen."

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