zur Navigation springen

Sanierungsstau in Pinneberg : Schulen kämpfen jetzt gemeinsam

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Elternbeiräte proben den Schulterschluss: Sie planen eine Großdemonstration in Pinnebergs Innenstadt.

shz.de von
erstellt am 30.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Feuchte Wände, zu kleine Lehrerzimmer und Ratten unter maroden Pavillons: Pinnebergs Schulen geben ein Bild des Jammers ab. Bekannt ist das seit Jahren. Investiert wurde stets nur dort, wo Eltern, Lehrer und Schüler am lautesten protestierten. Jetzt weht ein neuer Wind. Die Schulen wollen sich nicht mehr gegeneinander ausspielen lassen. Gemeinsam geht es voran – so das Motto einer am Dienstag geschmiedeten Allianz. Ein bisher beispielloses Bündnis. Im Februar wird demonstriert. Für angemessene Unterrichtsbedingungen. Für den Bildungsstandort Pinneberg.

Eine der Triebfedern der Allianz ist Ilka Gohla. Sie ist im Elternbeirat der baufälligen Grund- und Gemeinschaftsschule (GuGs) im Quellental aktiv. Und sie war dabei, als sich Elternvertreter von acht der elf Pinneberger Schulen am Dienstagabend zusammensetzten. „Es ist eine große Solidarität spürbar, eine geballte Kraft“, so Gohla gestern. Ziel der Allianz sei es, die Politik von notwendigen Sanierungen zu überzeugen. Für den 6. Februar sei ab 16.30 Uhr die Groß-Demonstration vor der Drostei geplant.

Thomas Gerdes, Rektor der GuGs, begrüßt das Engagement seiner Eltern. „Sie stimmen sich eng mit uns ab, ich bewerte das Engagement ausgesprochen hoch“, so Gerdes. Ein Schulterschluss zwischen den Schulen sei im Sinne der Sache: „In der Vergangenheit wurde zu viel gegeneinander gearbeitet“, sagt der Pädagoge, der sowohl für die Theodor-Heuss- als auch die Johann-Comenius-Schule Sanierungsbedarf bestätigt. In Pinneberg würden offensichtlich Prioritäten falsch gesetzt: „Nicht alle Eltern können verstehen, dass in der derzeitigen Situation am Bau der Westumgehung festgehalten wird“, so Gerdes.

Seit Anfang Januar liegen schockierende Zahlen auf dem Tisch (wir berichteten). Mehr als 34 Millionen Euro wird es verschlingen, die Schulen der hoch verschuldeten Kreisstadt fit zu machen. Das geht aus dem bis ins Jahr 2017 reichenden Sanierungskonzept hervor, das die Stadtverwaltung erstellt hat. Grundlage ist eine Kostenschätzung des Kommunalen Servicebetriebs (KSP). Dessen Experten hatten im Herbst 2013 alle Bildungseinrichtungen in der Stadt unter die Lupe genommen. Erkenntnis: Pinneberg hat es in den vergangenen Jahren versäumt, in angemessenem Umfang in den Erhalt von Gebäuden zu investieren. Und das, obwohl der Landesrechnungshof bereits im Jahr 2005 auf diesen Mangel hingewiesen hatte.

Der Schulsanierungsplan weist allein für das Jahr 2014 Investitionen in Höhe von 6,9 Millionen Euro aus. Die Ratsversammlung hat vor einer Woche grünes Licht für die notwendigsten Arbeiten gegeben. Das bis 2017 reichende Gesamtkonzept bekam vorerst keine Zustimmung. Für Gohla und ihre Mitstreiter nicht nachvollziehbar. Kernforderung der Allianz ist es, den Schulsanierungsplan bis 2017 wie vom KSP vorgeschlagen abzuarbeiten. „Es gibt Anzeichen, dass wieder nur die notwendigsten Mittel bereitgestellt werden sollen“, so Gohla. Das sei nicht akzeptabel. Für ihre Demo machen die Eltern massiv mobil: Am Freitag werden Pinneberger Schüler neben ihrem Zeugnis auch den Aufruf zum Protest mit nach Hause bringen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen