„Schule ist kein seelenloser Neubau“

Hans-Joachim Banaschak ist zufrieden mit der Arbeit der Gemeindevertretung und hofft, dass die Zusammenarbeit auch nach der Kommunalwahl im März 2018 so konstruktiv bleibt.
Hans-Joachim Banaschak ist zufrieden mit der Arbeit der Gemeindevertretung und hofft, dass die Zusammenarbeit auch nach der Kommunalwahl im März 2018 so konstruktiv bleibt.

InterviewAppens politisches Oberhaupt Hans-Joachim Banaschak verteidigt den Umbau der Bildungseinrichtung und blickt voraus

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29. Dezember 2017, 17:56 Uhr

Zum Jahreswechsel haben wir Bürgermeister nach ihrer Einschätzung des vergangenen und des kommenden Jahres gefragt. Heute im Interview: Appens Verwaltungschef Hans-Joachim Banaschak (CDU).

Frage: Was war Ihr persönliches Highlight 2017? Ihr schönster Moment?

Hans-Joachim Banaschak: Mein persönliches Highlight war, dass wir den Bau eines neuen Kindergartens und den Um- und Erweiterungsbau der Schule auf den Weg bringen konnten.

Wie lautet Ihr Fazit für Appen am Ende des Jahres?
2017 war nicht einfach, aber am Ende kann ich eine positive Bilanz ziehen. Dank der umsichtigen Beschlüsse der Gemeindevertretung und der sparsamen Haushaltsführung, ohne dabei freiwillige Leistungen einschränken zu müssen, schließen wir das Haushaltsjahr mit einem positiven Ergebnis ab.

Welche wichtigen Initiativen sind 2017 gelungen?
Wie bereits erwähnt konnten wir zwei große Bauvorhaben abschließen, das Neubaugebiet Bargstücken erschließen und die Baugrundstücke an die Käufer übergeben. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei den Anliegern bedanken, die kooperativ mit der Gemeinde zusammengearbeitet haben, so dass die Maßnahme ohne größere Probleme abgeschlossen werden konnte.

Welche Entscheidung ist Ihnen besonders schwer gefallen?
Die Vergabe der neuen Baugrundstücke. Zwar hatte die Gemeindevertretung Vergaberichtlinien beschlossen, dennoch war es schwierig, weil man vielen Interessenten absagen musste, denen man auch gerne entgegen gekommen wäre. Wir haben uns über die Vergaberichtlinien lange Gedanken gemacht, um ein möglichst gerechtes System zu haben, mussten aber im Nachhinein feststellen, dass das nicht in vollem Umfange gelungen war.

Ist in Appen auch etwas misslungen?

Was wir uns vorgenommen haben, haben wir auch realisiert, sofern es in unserer Entscheidungsbefugnis lag. Gerne hätte ich die Sanierung unserer Hauptstraße gehabt, was leider nicht geschehen ist. Dazu waren unsere Einflussmöglichkeiten begrenzt. Weil es eine Landesstrasse ist, muss auch das Land für die Umsetzung sorgen.

Gab es politische Fehlentscheidungen 2017?
Aus meiner Sicht gab es keine. Das mögen andere anders sehen, zum Beispiel beim Um- und Ausbau der Schule gab es Stimmen, die für einen Neubau votierten. Aber aufgrund der Dringlichkeit und der räumlichen Not halte ich die Entscheidung für einen Um- und Anbau für die Richtige. Hinzu kommt, dass unsere alte Schule ein Gesicht hat und kein seelenloser Neubau ist.

Welche Entscheidung war 2017 die wichtigste?
Zweifelsohne viel Geld in die Hand zu nehmen und einen neuen Kindergarten zu bauen und die Schule den heutigen Lernprozessen anzupassen.

Wie ist die Situation und die Unterbringung der Flüchtlinge in Appen?
Wir haben diesbezüglich keine Probleme. Derzeit sind bei uns 40 Personen untergebracht, die von ehrenamtlichen Helfern betreut werden. Die Arbeit, die von diesen Helfern geleistet wird, ist unbezahlbar und auch ein Garant dafür, dass die Integration erfolgsversprechend ist.

Wenn Sie unbegrenzt Geld hätten, um der Gemeinde Appen einen Wunsch zu erfüllen, welches Phantasieprojekt würden Sie umsetzen wollen?
Es ist mein Traum, den Durchgangsverkehr aus dem Ort herauszuholen und eine weitgehende Umgehung zu bauen. Das wird leider ein Traum bleiben.

Welche Noten würden Sie der Politik geben? Und der Verwaltung?
Die drei in Appen vorhandenen Fraktionen arbeiten miteinander und nicht gegeneinander. Alles im Sinne der Gemeinde. Das Ergebnis sieht man an unserem ausgeglichenen Haushalt. Alle Fraktionen handeln verantwortungsbewusst. Note gut bis sehr gut. Auch die Amtsverwaltung leistet gute bis sehr gute Arbeit. Obwohl das personelle Korsett dort eng geschnürt ist und Appen als größte Gemeinde viele Ansprüche gegenüber der Amtsverwaltung hat, wird uns jederzeit nach bestem Wissen geholfen.

Können Sie einen Bürger des Jahres benennen?
Es ist nicht ein Bürger, es ist die Vielzahl der Appener, die uneigennützig für das Wohl der Gemeinschaft eintreten und das Jahr für Jahr wieder unter Beweis stellen.

Welche Projekte wollen Sie 2018 anschieben?
Im Februar 2018 wird das Ortsentwicklungskonzept fertig sein und vorgestellt werden. Darüber wird beraten und entschieden werden, welche Maßnahmen daraus abzuleiten sind.

Was erwarten Sie politisch von 2018?
Im Mai stehen die Kommunalwahlen an. Ich wünsche mir eine hohe Wahlbeteiligung, auch als Zeichen dafür, dass die Wählerinnen und Wähler an der Gestaltung unserer Gemeinde teilnehmen. Schön wäre es, wenn mehr Menschen bereit wären, kommunalpolitische Verantwortung zu übernehmen.

Was wünschen Sie sich politisch für 2018?

Ich hoffe, dass wir auch nach der Kommunalwahl 2018 wieder einen stabilen Gemeinderat haben werden, der umsichtige politische Beschlüsse fasst, die dem Wohle der Gemeinde dienen.

Haben Sie persönlich einen Vorsatz für das neue Jahr?
Es ist stets mein Vorsatz, die Dinge, die ich angehe, gut zu machen. Das gelingt zwar nicht immer, aber immer öfter, wenn ich an dieser Stelle mal einen Spruch aus der Werbung zitieren darf.

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