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Pinneberg : Schule baut sich eigenes Gewächshaus

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Mit viel Eigeninitiative und Spenden des Fördervereins bauen Lehrer der Johann-Comenius-Schule ein Gewächshaus.

Pinneberg | Der Weg führt vorbei an Klassenräumen, rennenden Kindern und Taschen, die herumliegen. Der ganz normale Alltag in einer Schule. Doch hinter dem Gebäude plötzlich: Stille – ein grünes Idyll inmitten dieses hektischen, lauten Umfelds. Am Tor steht groß, in bunter Schrift, „Schulgarten“. Dieser scheint an der Johann-Comenius-Schule in Thesdorf gut betreut zu werden.

Kürbis, Mais, Erbsen, Kresse, Kartoffeln, Bohnen, Erdbeeren – die Auswahl ist groß. Zudem gibt es einen Teich, ein Insektenhotel, einen Lehmofen, in dem auch mal Pizza gemacht wird, wie Schulleiterin Uta Holst-Timm verrät, und sogar einen Solardörrer.

Seit kurzem steht in dem Garten auch ein Gewächshaus. Zu dessen Einweihung sind einige Gäste gekommen. Es gibt frisch geerntete Gurken, eine Gratulantin bereichert die Idylle um einen Liegestuhl. Petra Burgmaier strahlt. Die Lehrerin für Sport und Biologie war maßgeblich an der Idee und der Umsetzung beteiligt. Für sie ist es ein ganz wichtiges Projekt. „Wir hatten 2012/2013 einen harten Winter, die Kinder mussten ihre Saat zu Hause oder im Klassenraum ziehen“, erinnert sie sich. Das war keine Option. Sie und Lehrerkollege Rainer Reischuk beschlossen, ein Treibhaus zu errichten. Finanziell sprang der Förderverein der Schule ein: 2100 Euro spendete er.

Für den Bau krempelten die Lehrer selbst die Ärmel hoch. Burgmaier, Reischuk, Peter Schultes, ein Kollege aus Tornesch, und Hausmeister Sven-Ole Jeppsson packten mit an – unter fachkundiger Leitung von Burgmaiers Partnerin Ines Ravenhorst, die gern ihre Freizeit investierte. „Wenn die Kollegen nicht extra Zeit investieren würden, gäbe es solche Projekte nicht“, lobt Rektorin Uta Holst-Timm den Einsatz ihrer Kollegen.

Die Bautage sind anhand von Fotos am Gewächshaus dokumentiert. Dieses verfügt sogar über ein automatisches Fenster mit Öldruckhydraulik. Drinnen sind Tomaten, Paprika und Gurken zu finden, die fleißig heranreifen. Finn (11), Carl (11), Lukas (11) und Fabian (15) sind auch gekommen. Die Schüler haben die Vorarbeit geleistet – die Fläche freigeräumt und geebnet.

Fabian betätigt sich bereits seit fünf Jahren in dem Idyll. Als Mitglied der Schulgarten AG kümmert er sich unter anderem um den Kompost. „Ich arbeite auch zu Hause gern im Garten“, sagt er. Das neue Gewächshaus findet er spitze. Die Junggärtner aus den fünften und sechsten Klassen können darin zukünftig ihr Saatgut vorziehen, das dann im März in die Klassenbeete verpflanzt wird. „Sie lernen so, Verantwortung zu übernehmen, indem sie gießen oder die Gartengeräte warten“, sagt Burgmaier.

Zudem sei geplant, das Gewächshaus für die Oberstufe für vergleichende Experimente im Rahmen des Biologie-Unterrichts bereitzustellen. In nächster Zeit wollen die Lehrer austesten, was machbar sei. „Vielleicht kann man auch ein bisschen mendeln“, sagt Burgmaier mit einem Grinsen.

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erstellt am 05.Sep.2014 | 14:00 Uhr

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