Kreis Pinneberg : Schulassistenten an Grundschulen als große Chance

Sehen die Schulassistenten als Chance: Jugendamtsleiter Christoph Helms (v. l.), Jugendhilfeausschuss-Vorsitzende Helga Kell-Rossmann und Schulrat Dirk Janssen.
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Sehen die Schulassistenten als Chance: Jugendamtsleiter Christoph Helms (v. l.), Jugendhilfeausschuss-Vorsitzende Helga Kell-Rossmann und Schulrat Dirk Janssen.

Nach den Sommerferien erhalten Grundschulen Unterstützung bei der Inklusion. Konzept soll in der Praxis entstehen.

shz.de von
21. Juli 2015, 12:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Politik und Verwaltung im Kreis Pinneberg sind der Meinung, dass die neuen Schulassistenten an Grundschulen eine große Chance für die Schüler und Schulen bieten. Dies wurde während eines Pressegesprächs deutlich, zu dem die Kreisverwaltung nach Elmshorn eingeladen hatte.

Schulrat Dirk Janssen erläuterte, dass die Regierung in Schleswig-Holstein beschlossen habe, dass künftig an allen Grundschulen im Land Schulassistenten tätig sein sollen. Ihre Aufgabe werde sein, die Schulen bei der Inklusion von Schülern mit Behinderung zu unterstützen. Bisher hätten diese Aufgabe Schulbegleiter übernommen, allerdings nicht für die Schulen, sondern für jeden einzelnen Schüler mit einem entsprechenden Bedarf. Im Kreis Pinneberg seien dies derzeit 195 Kinder, wie Pressesprecher Oliver Carstens mitteilte.

„Diese Hilfe wird auch zunächst einmal bestehen bleiben“, versicherte Jugendamtsleiter Christoph Helms, dem bekannt sei, dass es diesbezüglich derzeit viel Unsicherheit gebe. Ob sich auf Dauer durch die Schulassistenten etwas an der Schulbegleitung ändern werde, könne und wolle die Kreisverwaltung derzeit noch nicht sagen. „Wir erhoffen uns Synergien, aber wir gehen nicht davon aus, dass die Schulassistenten die Schulbegleiter ersetzen“, sagte Helms. Die Schulassistenten sollten zunächst ihre Arbeit aufnehmen und dann könne man sehen, welche Auswirkungen dies im Schulalltag habe. „Wir wollen, dass sich das Konzept in der Praxis entwickelt und es nicht theoretisch am grünen Tisch ausarbeiten“, sagte Helms.

Dieses Vorgehen werde auch von der Politik im Kreis Pinneberg unterstützt, sagte Helga Kell-Rosmann, Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses. „Uns geht es darum, den erfolgreichen Schulbesuch von Kindern mit Unterstützungsbedarf sicherzustellen“, erläuterte sie. Zwar seien die finanziellen Ressourcen des Kreises begrenzt, aber die Mittel, die man zur Verfügung habe, solle man bestmöglich einsetzten.

Überzeigt vom Konzept

„Unser Wunsch wäre es, die Schulassistenten später dort einsetzen zu können, wo akuter Bedarf besteht“, sagte Janssen. Um einen Schulbegleiter an die Seite gestellt zu bekommen, benötigen Eltern für ihr Kind eine Bescheinigung darüber, dass eine seelische Behinderung vorliegt oder das Kind von einer solchen bedroht ist. Ein derartiger Antrag ziehe sich oft über Monate hin, da dann eine Diagnose und Gutachten notwendig seien, berichtete Helms. „Das ist eine wirklich Hürde, wenn man Hilfe bekommen möchte“, sagte Helms. Zumal für eine Verhaltensauffälligkeit, die Hilfe im Schulalltag erfordere, nicht unbedingt eine seelische Behinderung verantwortlich sei. Schulassistenten könnten in solchen Fällen kurzfristig unterstützen.

Dass das Konzept der Schulassistenten im Kreis Pinneberg zum Erfolg führen wird, davon seien sie überzeugt, sagten sowohl Janssen als auch Helms. Zuversichtlich mache sie die gute Zusammenarbeit, die es bereits zwischen Schul- und Jugendamt im Kreis Pinneberg gegeben habe. „Wir sind ehrgeizig und glauben, dass wir Dinge gemeinsam bewegen können“, sagte Helms.

Die Schulassistenten im Kreis Pinneberg werden vom Land Schleswig-Holstein eingestellt. Das Land stellt für den Kreis Pinneberg 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Summe ergibt sich durch die Schülerzahl. Denn pro Schüler zahlt das Land 125 Euro. So erhält die kleinste Grundschule im Kreis jährlich etwa 10.000 bis 12.000 Euro für Schulassistenten, an der größten dürften es zwischen 50.000 und 55.000 Euro sein, sagte Schulrat Dirk Janssen.
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