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Lumipipe : Schülerfirma in Pinneberg mit leuchtender Idee

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Schülerfirma Lumipipe verwandelt alte Wasserhähne und Rohre in Retro-Designerlampen. Johannes-Brahms-Schüler gründeten das Unternehmen.

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erstellt am 11.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Pinneberg | Sie bringen alte Wasserhähne und Rohre zum leuchten – verwandelt als Designer-Lampen im Retro-Stil, wahlweise mit Glühbirnen oder LEDs. Alles Unikate. Mit dieser Geschäftsidee möchte die Firma Lumipipe sich am Pinneberger Markt behaupten. Dahinter stecken 19 Elftklässler der Johannes-Brahms-Schule, die im Rahmen des landes-, bundes- und europaweiten Wettbewerbs „Junior – Wirtschaft erleben“ ein Unternehmen – genauer gesagt eine fiktive Aktiengesellschaft – gegründet haben. Bürgermeisterin Urte Steinberg ist bereits ebenso Anteilseignerin wie Schulleiterin Ortrud Bruhn. Ab dem 21. Dezember stehen die ersten Leuchtwerke zum Verkauf im schülereigenen Online-Shop – auch noch rechtzeitig lieferbar für kurzentschlossene Weihnachtsgeschenke-Jäger. Kosten pro Lampe: Zirka 85 Euro.

Seit 2009 beteiligt sich die Johannes-Brahms-Schule jährlich an dem Wettbewerb, wie Projektbetreuerin Christiane Seifert, Lehrerin für Wirtschaft und Politik, berichtet. Accessoires aus alten Europaletten, Computerkurse für Senioren, Schüsseln und Schalen aus alten Schallplatten oder Märchenfilme für Kinder waren Produkte und Dienstleistungen, mit denen sich Schüler in vergangenen Jahren als Unternehmer versuchten.

Die Ideen zu den Designer-Lampen in diesem Jahr kam von einem Schüler, dessen Vater eine Firma für Sanitäranlagen betreibt. Von dort beziehen die Schüler das Rohmaterial, das sie in Handarbeit zusammenlöten und -basteln. „Nur die Kabel anschließen dürfen wir nicht“, erläutert Geschäftsführerin Henrike Groß. Dafür fehle den Schülern die Lizenz. Diesen Part übernimmt aus Sicherheitsgründen ein Rellinger Elektriker.

Bereits seit September sind die Schüler dabei, die Firma aufzubauen, haben einen Vorstand gewählt und Abteilungen für Marketing, Produktion, Verwaltung und Finanzen eingerichtet. „Wir kriegen Lohn und müssen auch Steuern zahlen“, erläutert Henrike. Der Lohn liege allerdings bei 25 Cent pro Stunde, die Steuern gehen an das Projekt „Junior“, das die Rolle des Staates einnimmt. Einmal pro Woche treffen sich die Unternehmer, um Arbeitsabläufe zu koordinieren. Dazwischen müssen Flyer produziert, Werbemaßnahmen entwickelt, E-mails geschrieben, Produkte für den Online-Shop ausgewählt und Termine wie mit der Bürgermeisterin abgesprochen werden.

„Es macht wirklich Spaß,
etwas selbst auf die Beine zu stellen.“

Lisa-Christin Meyer
Leiterin Marketing

Das Projekt, das im Rahmen einer Schul-AG enstanden ist, wird klassenübergreifend angeboten. „Überwiegend macht es schon Spaß, man sammelt Erfahrungen“, sagt Christian Ölkers aus der Marketing-Abteilung. „Ich wäre sonst nicht bei der Zeitung oder beim Stadtmarketing gewesen“, so Lisa-Christin Meyer, Leiterin der Marketing-Abteilung. Doch Leandros Manos aus der Marketingabteilung merkt an: „Es gibt Frustrationsmomente, wie wenn man auf dem Weihnachtsmarkt nicht verkaufen kann.“

Einen Prototypen hatten die Schüler am 3. Dezember an einem Stand präsentiert. Interessenten gab es genug. Doch damals waren die Produktionskosten noch unklar.

Jetzt haben die 19 Schüler alle Hände voll zu tun. „Gerade vor Weihnachten gibt es viele Klausuren pro Woche. Aber es macht wirklich Spaß, etwas selbst auf die Beine zu stellen“, sagt Lisa-Christin. Im Übrigen könnten Kunden auch eigene Wasserhähne und Rohre bei Lumipipe zu Lampen umwandeln lassen.

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