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Pinneberg : Schüler zeigen Kunstwerke in der Drostei

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Oberstufenschüler der Johannes-Brahms-Schule in Pinneberg stellen derzeit ihre bildende Kunst in der Drostei aus. Gezeigt werden überwiegend Malereien und Zeichnungen.

Pinneberg | Künstlerisch besonders begabte Schüler des ästhetischen Zweigs und des zwölften Jahrgang der Johannes-Brahms-Schule (JBS) haben  mit einem interessanten Doppelpack den Besuchern ihr Talent bewiesen: Während im unteren Stockwerk der Drostei Werke aus dem zwölften Jahrgang ausgestellt wurden, traten im großen Saal sechs musisch begabte Schüler auf.

Unbeschriebene Blätter waren die jungen Musiker aber keineswegs: Die klassische Gitarristin Nicola Weber zum Beispiel nahm bereits bei dem Musikwettberwerb „Jugend musiziert“ auf Bundesebene teil. Benedikt Zimmer (12) spielte auf dem Flügel neben einem Werk von Franz Liszt auch seine Eigenkomposition „Wellen“: „Das Stück beschreibt die Wellen am Strand, wo wir in den letzten Sommerferien im Urlaub waren“, erklärte er. Sein Stück ließ  die Wellen vor dem inneren Auge förmlich tanzen und stand  den anderen Komponisten des Abends in seiner Wirkung in nichts nach. Zimmer nahm dieses Jahr bei „Jugend Musiziert“ auf Kreisebene teil und bereitet sich gerade auf den Landeswettbewerb vor. Er hat bereits Unterricht an der Musikhochschule Hamburg, neben Klavier belegt er auch Orgel, Klarinette und Komposition. Dass Benedikts Laufbahn musikalisch  bleiben wird, scheint offensichtlich. Trotz der vielen Übung ist er jedoch aufgeregt: „Ich zittere vorher beinahe. Wenn ein Stück gelungen ist, bin ich immer erleichtert“, sagte er. 

<p>Die Musiker bekamen eine Rose als  Dankeschön.</p>

Die Musiker bekamen eine Rose als  Dankeschön.

Foto: Janina Schmidt

Zufrieden mit der Situation war Bernd Neumann, Musiklehrer der JSB und Leiter der dortigen Big Band. Während andere Kollegen seines Fachs jahrzehntelang mit schrägen Xylophonklängen und Klanghölzern zu tun haben dürften, probt  er regelmäßig mit versierten Schülern. Er begleitete Klarinettistin Ann-Kathrin Lohse am Abend auch auf dem Flügel. „Wir Musiker sind hier eine Familie“, sagte er.

Abwechslungsreich war die Ausstellung der Kunstwerke: 39 Arbeiten der vergangenen drei Jahre der Schüler des zwölften Jahrgangs werden in der Drostei präsentiert. Kunstlehrer Hartmut Möllendorf arbeitet seit drei Jahren mit den Schülern. „Ich brauchte die Zeit, um jeden individuell zu erwischen und ihn sich gemäß seiner Persönlichkeit entfalten zu lassen“, berichtete er, „und wie unterschiedlich sie sind, das zeigt das Ergebnis.“ In der Tat waren die Werke alles Mögliche: Schön, sachlich, bunt und  schrill. Laura Herchner (17) zum Beispiel fotografierte eine blutende Aubergine, die an ein offenes Herz erinnerte. „Die Aufgabe war, etwas aus einer Aubergine zu machen. Kunst kann ja auch eklig sein,“ erklärte sie und ergänzte:  „Blut ist etwas Menschliches. Ich wollte die Aubergine vermenschlichen und  leiden lassen.“

Bei so vielen jungen Künstlern verwunderte es nicht, dass auch das Publikum ungewöhnlich jung war – das begrüßte Stefanie Fricke, die künstlerische Leiterin der Drostei: „Wenn die Leute sich beschweren, dass die Jugend nicht zu Kulturveranstaltungen kommt, frage ich immer: Wann waren Sie denn zuletzt bei einem Konzert junger Künstler?“

Jung war auch die Kuratorin der Ausstellung: Inga Spiegel (19) absolviert derzeit  ihr Freiwilliges Kulturelles Jahr in der Drostei. „Aus 48 Werken haben wir 39 ausgesucht. Beim Kuratorium geht es darum, eine Spannung aufzubauen und die Werke so zusammenzustellen, dass jedes Bild schön im Gesamten wirken kann“, sagte Spiegel. Bei so unterschiedlichen Werken keine leichte Aufgabe – aber es gelang.  Die Kunstwerke sind noch bis zum 3. März in der Drostei ausgestellt. 

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erstellt am 28.Feb.2017 | 16:00 Uhr

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