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„Hin und Weg“ : Schüler überraschen mit Theater in der AKN

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

„Hin und Weg“ heißt die Aktion, bei der die Züge des Kaltenkirchener Unternehmens zur Theaterbühne werden.

von
erstellt am 23.Jun.2016 | 10:00 Uhr

Bönningstedt | „Igitt, eine Maus“, schreit ein Mädchen, und schon rennt eine Gruppe Jugendlicher laut kreischend durch den voll besetzten AKN-Zug. Die Reaktionen der Fahrgäste: von erstaunt über genervt bis amüsiert. Erst beim Blick auf die im Zug aushängenden Plakate verstehen die meisten, was da los ist. „Hin und Weg“ heißt die Aktion, bei der die Züge des Kaltenkirchener Unternehmens zur Theaterbühne werden.

„Seit fünf Monaten proben die 14 Mädchen und Jungen aus den 5. und 6. Klassen“, berichtete Martina Niehusen, die das Theaterprojekt im Rahmen der Offenen Ganztagsschule an der Bönningstedter Gemeinschaftsschule Rugenbergen leitet. Unterstützt wurde sie von Theaterpädagoge Jakob Engel.

„Die fünf Sketche haben die Schüler selbst geschrieben“, erklärte Engel. Zunächst wurde im Kinder- und Jugendzentrum (KiJu) geprobt, später in der Schule „Wir haben dort den Innenraum der AKN-Bahn nachgebaut, um die räumliche Enge im Zug zu vermitteln“, erläuterte der Pädagoge. Zuletzt durften die Schüler in einem stehenden Zug üben. „Es geht bei dem Projekt darum, dass bei den kleinen Szenen nicht sofort sichtbar wird, dass es sich um eine Inszenierung handelt“, sagte Engel. Da sich die Schauspieler im gesamten Zug verteilen, bekämen nicht alle Passagiere alle fünf Szenen zu sehen. Da unterhalten sich zwei Schwestern laut darüber, dass sie zum Arzt müssen, weil sie geisteskrank sind. Ein paar Bänke weiter macht eine Jugendliche ihr Gegenüber mit „Ey was guckst du mich an mit die Augen“ an – worauf sich ein absurder Dialog mit seltsamem Dialekt entwickelt.

Ein Tänzchen nach dem Erfolg

Ein Junge im nächsten Waggon ruft seine Freundin an, die ein paar Bänke weiter sitzt. Und macht, weil er sie veräppeln will, Schluss mit ihr. Und zwei völlig verplante Mädchen versuchen, eine Mathe-Aufgabe zu lösen. Den Erfolg feiern sie mit einem Tänzchen. Schließlich stehen alle im Gang, zeigen mit ausgestreckten Armen nach draußen und geben tierische Laute von sich.

„Es kostet große Überwindung, im öffentlichen Raum zu spielen“, betonte Niehusen. Mit jeder Aufführung seien die Schüler mutiger und lauter geworden. „Wir haben uns sehr gefreut, dass wir ausgesucht wurden“, sagte sie. Denn die Teilnehmer des OGTS-Theaterprojekts stellten keine feste Gruppe dar, sondern wechselten immer wieder. „Außerdem ist es die jüngste Gruppe, die jemals mitgemacht hat“, stellte Engel fest.

Zum Abschluss fahren alle Gruppen, die bei „Hin und Weg“ mitgemacht haben, am Freitag, 1. Juli, mit der Bahn und spielen sich dabei gegenseitig ihre Stücke vor. „Die Schüler sollen die Gelegenheit bekommen, zu sehen, wie die anderen Gruppen ihre Ideen umgesetzt haben“, erklärte Engel.

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