Schüler setzen sich für die Bienen ein

Zum Abschluss durften die Schüler Honig frisch aus der Wabe naschen.
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Zum Abschluss durften die Schüler Honig frisch aus der Wabe naschen.

Ellerbeker Drittklässler bauen Nisthilfen für Wildbienen

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16. Mai 2018, 16:00 Uhr

„Wildbienen nisten unter der Erde. Sie bauen dort Gänge, die bis zu 60 Zentimeter tief sein können. Dann legen sie dort ein Ei ab, etwas Nektar oder Pollen dazu und verschließen den Gang“, sprudelte es aus Drittklässler Max heraus. Alfred Schade und Edwin Gödicke vom BUND staunten nicht schlecht über das, was die Schüler in den vergangenen Wochen nicht nur gehört, sondern auch behalten hatten.

Die beiden hatten den Unterricht in den dritten Klassen zu dem Thema mitverfolgt und mitgestaltet. „Es ist ganz toll zu sehen, mit welcher Begeisterung die Kinder dabei sind“, lobte Gödicke. Wenn das Bewusstsein über die Wichtigkeit der Bienen und auch anderer Insekten erst einmal geschärft worden sei, sei meist auch die Bereitschaft geweckt, sich aktiv für die kleinen Lebewesen einzusetzen. „Wir hoffen, dass das so tief verankert ist, dass diese Kinder sich auch im späteren Leben für Insekten einsetzen werden“, sagte der Naturschützer.

Im Unterricht lernten die Kinder zunächst die Unterschiede zwischen Wild- und Honigbienen kennen. „Die Königin der Honigbienen kann bis zu 2000 Eier am Tag legen“, wusste Sumaya. „Das tut sie aber nur in den Monaten April, Mai und Juni“, ergänzte Svea.

Während Wildbienen Einzelgänger sind, leben Honigbienen in Völkern. „Die Königin bekommt ein ganz besonderes Futter, das Gelee Royale“, sagte ein anderes Kind. Sein Sitznachbar steuerte bei, dass ein Bienenvolk bis zu 60 000 Bienen haben könne.


Jede zweite Art vom Aussterben bedroht

„Die Honigbiene kann bis zu vier Kilometer weit fliegen“, ergänzte Yannick, und Gödicke erklärte, dass Wildbienen einen sehr viel kleineren Radius haben: „Manche Arten fliegen nur 300 Meter weit, andere auch bis zu zwei Kilometer“, so der Experte.

Deutschlandweit gebe es 560 Wildbienenarten, 300 davon seien in Schleswig-Holstein zu finden. „Und jede zweite Art ist vom Aussterben bedroht“, rief aufgeregt einer der Schüler. Grund genug zu handeln: „Wir haben Nisthilfen gebaut. Aus Holz mit Schilfrohren, mit Ton und Erde mit Lehm“, beschrieben die Kinder ihre Rettungsmaßnahmen. Jede Behausung sei zudem mit Dachpappe versehen worden, damit die Gelege vor Regen geschützt sind.

„Außerdem haben wir am Rand des Schulhofs einen Schutzstreifen für Wildbienen angelegt. Sie können dort jetzt ungestört nisten“, erklärte Lehrerin Sonja Wittekind. Hinweisschilder machen alle Schüler auf die schützenswerten Tiere aufmerksam. „Darüber hinaus haben die Schüler alle anderen Klassen besucht und ihnen von ihrem Projekt berichtet“, sagte Wittekind. Auch dass man besser nicht nach Bienen schlagen soll und keine Angst vor ihnen haben muss wurde dort thematisiert. „Es ist auch mit Kleinigkeiten viel zu erreichen – ob im Garten oder auf dem Balkon“, lautete das Fazit der beiden BUND-Mitglieder. Zum Abschluss des Projekts durften die Schüler dann noch von einer Wabe frischen Honig naschen.

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