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Pinneberg : Schüler setzen blutrotes Zeichen gegen Kinder im Krieg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Was für schießwütige Computer-Spiele gilt, das soll auch bei Kindersoldaten Gesetz werden.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Das Motto „Shooter-Spiele sind auch erst ab 18“ ist der Slogan der 10c der Johann-Comenius-Schule. Mit diesem Appell wurde an der Thesdorfer Gemeinschaftsschule erstmals der „Red Hand Day“ begangen. Der internationale Aktionstag am 12. Februar hat ein Ziel – den militärischen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen bekämpfen. Weltweit können Teilnehmer Forderungen an Politik und Verbände stellen, damit diese sich gegen den Einsatz von Kindern im Krieg einsetzen. Mit roten Händen werden diese Appelle dann „unterzeichnet“ – ein Symbol für „Blut an den Händen“.

Das Thema minderjährige Soldaten wurde der Schülerschaft durch den Besuch einer kolumbianischen Delegation näher gebracht. „Die Besucher betreuen ein Heim für Kindersoldaten und Heimatlose“, erinnerte sich Klassensprecherin Maybrit Venzke (16). Der offene Umgang der Kolumbianer mit den Auswirkungen von Kriegen auf Kinder seien ergreifend gewesen und löste den Tatendrang der Klassengemeinschaft aus. „Wir wollen uns als Schule mit den Betroffenen verbünden und ein Zeichen setzen“, sagte die Schülerin. Das Projekt sei spontan auf die Beine gestellt worden: „Wir haben innerhalb einer Woche alles geplant – das lag vor allem an der guten, klasseninternen Zusammenarbeit“, so Venzke weiter.

Die Schüler zeigten sich interessiert: „Es sind viele Teilnehmer und sie reden über das Thema“, bilanziert Venzke. Von Seiten der betreuenden Lehrerkraft erhielt das Projekt Rückenwind. Frank Reinicke lobte die Eigeninitiative seiner Schüler. Auch die Schulleitung hält viel von dem Vorhaben: Mit großer Freude hat Schulleiterin Uta Holst-Timm das Engagement der Schüler beobachtet. „Das schweißt die Klasse zusammen und lässt die Schüler wachsen“, urteilte sie. Die etwa 450 Forderungen der Schüler, „unterschrieben“ mit roten Händen, machen sich in den nächsten Tagen auf den Weg zu Bundestagsabgeordneten des Kreises, verrät Reinicke.

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