Pinneberg : Schüler schreiben Theaterstück

Die Theatergruppe an der Thesdorfer Johann-Comenius-Schule: Die Schüler sind zugleich Autoren, Regisseure und Schauspieler.
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Die Theatergruppe an der Thesdorfer Johann-Comenius-Schule: Die Schüler sind zugleich Autoren, Regisseure und Schauspieler.

Schüler der Thesdorfer Johann-Comenius-Schule schreiben ein eigenes Theaterstück. Im Vorfeld gab es praktischen Schauspielunterricht.

shz.de von
11. Juni 2014, 16:01 Uhr

Pinneberg | Texte lernen, Kostüme besorgen, schminken. Und dann heißt es: Vorhang auf, das Spiel kann beginnen? So einfach machen es sich die Thesdorfer Johann-Comenius-Schülerinnen und Schüler des achten Jahrgangs, die an Katrin Siebels neuestem Theaterprojekt mitwirken, nicht. Erst einmal wollen sie sich schauspielerisches Handwerkszeug aneignen. Deshalb beginnen sie ihre Proben mit praktischen Übungen.

Zum Beispiel, „etwas weitergeben“. Irgendetwas eben, was sich der und die Gebende einfallen lässt. Empfänger sowie Zuschauer müssen aber erkennen, worum es sich handelt, schwer oder leicht, groß oder klein, gut oder ekelhaft – vielleicht sogar gefährlich. Wenn diese mimische Mitteilung ankommt, haben die Schüler es richtig gemacht, und die nächste Übung kommt an die Reihe.

Dann die Texte: Fehlanzeige, die gibt es noch gar nicht. Die Gruppe hat sich zu Kursbeginn eine Geschichte einfallen lassen: Teenager beim Shoppen. Ausgestelltes beflügelt ihre Phantasie. Schaufensterpuppen werden plötzlich lebendig und die banale Alltagswirklichkeit drängt beängstigend ins Surreale. Soweit kennt jeder Mitspieler das Stück, aber sonst ist nichts festgeschrieben. Ihre Einsätze und Dialoge entwickeln sie erst im Spiel.

Und was, wenn jemand mal gar nicht weiter weiß? „Nichts ist schlimm“, hämmert Siebel ihren Schülern ein. Weitermachen und sich gegenseitig helfen, das ist die Parole, nur nie aus dem Spiel herausfallen. „Bleibt in jeder Situation Schauspieler, werdet nie privat“, beschwört die Kursleiterin die probenden Mädchen und Jungen auf der Bühne.

Es klappt nach einer Weile schon ganz gut. Drei Stunden pro Woche feilen sie an ihrem Stück. Bis zum Ende des Schuljahres haben sie noch Zeit. Dann müssen die Mimen sich ihrer Rollen sicher sein, denn vor den Sommerferien werden sie sich mit ihrer Arbeit dem Publikum stellen.

Es wird bestimmt viel Beifall bei der Premiere geben. Davon kann man angesichts der engagierten Zielstrebigkeit dieser Schultruppe und ihres soliden Schauspielunterrichts im Vorfeld wohl ausgehen. Die Verbeugungen an der Bühnenrampe üben die jungen Mitspieler deshalb am Ende jeder Probe auch schon mal. Man muss eben auf alles vorbereitet sein.

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