zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

19. August 2017 | 04:01 Uhr

Bönningstedt : Schüler erleben Berufswelt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bönningstedt | Zwei spannende Wochen liegen hinter den 75 Schülern der achten Klassen an der Bönningstedter Gemeinschaftsschule Rugenbergen: Sie durften Berufe hautnah erleben. „Jeder Schüler suchte sich drei von sechs Berufsfeldern aus, die er gern näher kennenlernen wollte“, berichtet Lehrer Ole Neumann.

Zur Auswahl standen Bereiche, die mit den Schlagworten „Farbe, Metall, Garten, Verkauf, Wirtschaft und Gesundheit/Pflege“ sowohl Möglichkeiten für handwerkliche als auch für kaufmännische Berufe boten. Das Berufs-Orientierungs-Projekt ist ein Praktikum, das gemeinsam von der Pinneberger Grone-Schule und dem Berufsbildungswerk (Bfw) angeboten wird.

Alina (14), Jona (13), Fyn-Ole (14) und Krenar (13) waren begeistert. „Die Zeit ist unglaublich schnell vergangen“, sagt Fyn-Ole. Jeweils drei Tage seien für einen Bereich eingeplant worden, die „Arbeitszeit“ nahe an den realen Bedingungen gewesen: „Wir haben täglich sechs bis sechseinhalb Stunden in Pinneberg verbracht“, berichten die Schüler.

Alina hatte sich die Bereiche Farbe, Verkauf und Gesundheit/Pflege ausgesucht. „Ich habe was fürs Leben gelernt – ich weiß jetzt wie man tapeziert“, sagt sie. Denn eine der ersten Aufgaben bestand darin, Tapete von einer Wand zu lösen und anschließend dort neue Raufaserbahnen anzubringen. Schließlich durfte noch ein selbst gewähltes Motiv aufgemalt werden.

„Im Verkauf war viel Schriftverkehr zu bewältigen, am letzten Tag haben wir dann im Rollenspiel Bewerbungsgespräche geübt“, berichtet Alina. Am interessantesten sei jedoch der Bereich Gesundheit/Pflege gewesen. „Wir haben viel über Ernährung, Sport und auch Erste Hilfe gelernt – ich weiß jetzt, wie eine Herzdruckmassage geht“, so die 14-jährige. Die anderen drei Schüler stimmen ihr vorbehaltlos zu. „Das war ein ganz toller junger Dozent, da hat man richtig gern zugehört – so macht Lernen Spaß“, bestätigt Jona.

Sie hatte sich auch den Bereich Vertrieb ausgesucht und schnell festgestellt, dass diese Art von Bürojob eher weniger ihr Ding ist. Fyn-Ole dagegen schnupperte im Bereich Wirtschaft. „Ich musste eine Betriebsfeier planen, für die ein bestimmtes Budget zur Verfügung stand“, berichtet er. Anschließend sollte er eine Firma erfinden. „Ich habe ein Reisecenter entworfen und dazu ein Logo sowie einen Firmenslogan entwickelt“, beschreibt er seine Tätigkeiten. Auch Krenar probierte sich in diesem Bereich aus. „Ich habe als Unternehmer ein PC-Geschäft geplant“, sagt er.

Sein handwerkliches Geschick konnte Krenar im Tätigkeitsfeld Garten- und Landschaftsbau beweisen. „Es galt, ein Stück Garten neu anzulegen“, berichtet er. Gefragt war dabei der Umgang mit verschiedenen Geräten – bis hin zu einer Fahrt mit dem Radlader. Auch ihm gefielen die Berufe im gesundheitlichen Umfeld besonders gut. „Über die verschiedenen Ausbildungsbereiche oder wie viele Arten von Ärzte es gibt habe ich mir vorher gar keine Gedanken gemacht“, sagt er. Jona stellte für sich Ähnliches im kaufmännischen Bereich fest: „Vertrieb, Marketing, Werbung – was ist das überhaupt? Jetzt habe ich ein klareres Bild“, sagt die Schülerin.

Ganz besonders beeindruckt waren alle vier jedoch von dem Dozenten, der über seine eigene Laufbahn berichtete. „Er schaffte gerade so die Hauptschule mit einem Notendurchschnitt von 4,0 und hat dann beschlossen, richtig Gas zu geben“, berichtet Alina. Am Ende habe er das Abitur mit 1,7 bestanden und anschließend studiert. „Man kann auch nach oben kommen, wenn man als Jugendlicher nicht so gut in der Schule ist“, so Jonas' Schlussfolgerung – die gleichzeitig ihre Motivation ist, das Beste aus sich herauszuholen.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 18.Mär.2015 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen