Vorbereitung für die Kommunalwahl : Schüler diskutieren Kommunalpolitik im Kreis Pinneberg

Die Jugendlichen haben sich einen ganzen Vormittag lang intensiv mit der Kommunalwahl beschäftigt.

Die Jugendlichen haben sich einen ganzen Vormittag lang intensiv mit der Kommunalwahl beschäftigt.

Beim Kreisjugendring diskutieren Jugendliche über ihre Möglichkeiten der Beteiligung an Demokratie.

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16. Januar 2018, 10:00 Uhr

Barmstedt | So spannend wie ein Hobby, etwa Sport, ist Kommunalpolitik nun nicht gerade. Aber: „Man kann versuchen, etwas zu erreichen“, findet Anna Julia von Wolff, 13, aus Elmshorn. Wenn zum Beispiel Kindergartenplätze benötigt werden und sich der Kinder- und Jugendbeirat der Gemeinde für den Bau eines Kindergartens ausspricht und „die Politiker darauf hören, dann hat man etwas erreicht“.

Und: „Man weiß, was in der Stadt passiert“. Josua Ertz, 13, aus Pinneberg-Waldenau ergänzt: „Das ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Demokratie.“ Die Jugendlichen haben sich am Sonntag intensiv mit Kommunalpolitik beschäftigt: In Vorbereitung zur Kommunalwahl diskutierten sie das Thema in verschiedenen Tischgruppen beim Kreisjugendring in Barmstedt.

Am 4. Mai feiert Mariebell Röschke aus Seester ihren 16. Geburtstag ; zwei Tage später ist Kommunalwahl, dann darf sie zum ersten Mal mit abstimmen. Wen sie wählen wird, weiß sie noch nicht: „Ich muss mich noch reinlesen.“ Fit genug für solche Entscheidungen fühlen sich die jungen Leute allemal: Anna Julia von Wolff möchte das Mindestalter für Kommunalwahlen auf 14 Jahre reduzieren, für den Bundestag sollte ab 16 Jahren abgestimmt werden dürfen.

Röschke, von Wolff, Ertz und der 14-jährige Jares Kuhn aus Pinneberg verbrachten ihren Sonntagmorgen ab halb zehn mit Diskussionen über Kommunalpolitik. Unter anderem wandten sie dabei die „Kopfstandmethode“ an. Dabei wird vom Unerwünschten ausgegangen, um auf diesem Umweg zielführende Wege zu finden. Beim KJR lautete das Thema: „Was muss passieren, um die Kinder- und Jugendarbeit komplett gegen die Wand zu fahren?“ Die Horrorvision der jungen Leute: Der Schulbesuch wird Pflicht von 3 bis 25 Jahren, „weil man so viel lernen muss“, so von Wolff. Noch schlimmer: Junge Leute dürfen erst nach der Schule wählen, also mit 25 Jahren.

Als positiven Gegenentwurf stellten sie sich vor, dass die Schulpflicht erst mit acht Jahren einsetzt, freiwillig dürften Kinder aber schon im Alter von sechs Jahren in die Schule. Außerdem propagierten sie Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 sowie offene Ganztagsschulen ohne Anwesenheitspflicht.

„Wenn man gar keine Freizeit hat“, dann wird die Kinder- und Jugendarbeit gegen die Wand fahren, erklärt Jares Kuhn. Ihm selbst bleibt nach eigener Einschätzung genug Zeit für seine Hobbys, er muss nur an einem Nachmittag pro Woche in die Schule. Anna Julia von Wolff geht es ähnlich: „aber nur, weil ich nicht so viel Zeit mit Lernen verbringe“, Mitschülern gehe es da ganz anders. Bei Mariebell Röschke ist das Freizeitbudget knapp: „mal ja, mal nein.“ Nur manchmal habe sie genug Zeit für ihre Hobbys.

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