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Fußball mit Lego-Robotern : Schüler aus Tornesch wollen zur World Robot Olympiade nach Neu Delhi

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Vorrunde zur World Robot Olympiade findet am 28. Mai in der Klaus-Groth-Schule in Tornesch statt.

Tornesch | Bei der sogenanten Football-Category der jährlichen World Robot Olympiad (WRO) bauen und programmieren Jugendliche im Alter von zehn bis 19 Jahren zwei Roboter ausschließlich aus Lego-Materialien. Die Robotics-AG der KGS Tornesch veranstaltet am 28. Mai einen der regionalen Vorentscheide für das Deutschlandfinale im Juni. Die Technikbegeisterten treten mit zwei Teams gegen Gegner aus ganz Deutschland an. Ziel der Jugendlichen ist das Weltfinale in Neu Delhi vom 25. bis 27. November.

Wie seid ihr darauf gekommen, an dem Wettbewerb teilzunehmen?
Robotics-AG: Seit der Gründung der AG im Jahr 2011 waren wir stets auf der Suche nach Herausforderungen. Die WRO ist das Aushängeschild, wenn es um das Programmieren von Lego-Mindstorms-Robotern geht. In den ersten Jahren sind wir ausschließlich in der Regular und der Open Category angetreten, bis dann vergangenes Jahr auch in Deutschland die Football Category etabliert wurde. 2015 gab es allerdings keine Vorrunden, sondern man konnte sich direkt für das Deutschlandfinale anmelden. Aufgrund des großen Erfolges dieser Veranstaltung gibt es in diesem Jahr mehrere über die Bundesrepublik verteilte Vorentscheide. Einen davon konnten wir mit viel Aufwand nach Tornesch in unsere eigenen Räumlichkeiten holen.

Der regionale Vorentscheid zur World Robot Olympiad startet am 28. Mai um 9.15Uhr in der KGS Tornesch, Klaus-Groth-Straße 11. Die Veranstaltung ist öffentlich und Besucher sowie Fans sind gerne gesehen. Mittagessen wird von 12 bis 13 Uhr ausgegeben. Gegen 16.15Uhr endet die Veranstaltung mit der Siegerehrung.

Hattet ihr schon vor eurem Beitritt zur AG einen Bezug zu den Lego-Mindstorms-Robotern oder war das für euch alles neu?Manche von uns besaßen sogar schon einen eigenen Roboter dieser Serie, andere haben früher viel mit „fischertechnik“ gebaut oder sich schon lange so ein Mindstorm-Set gewünscht.

Gebt ihr euren Robotern Namen?
Ja. Das geschieht meist spontan und hat oft mit der Optik der Roboter zu tun. Eines unserer Modelle heißt „Kevin, die Kanone“, weil er aussieht wie eine alte Kanone. Ein anderer heißt „Elefant“, da seine Bauteile an die Ohren eines Elefanten erinnern.

Was sind die größten Probleme beim Bauen der Roboter?
Es gibt eine Vielzahl von Schwierigkeiten, wir könnten eine ganze Liste damit aufschreiben. Die größten Probleme entstehen aber in erster Linie durch die empfindlichen Sensoren, die sich beispielsweise durch zu starkes Licht sehr schnell beirren lassen und den Infrarot-Ball dann nicht mehr erkennen.

Auf welchem Untergrund werden die Spiele ausgetragen?
Für den Wettbewerb gelten seit diesem Jahr neue Vorschriften, was die Spieltische angeht. Sie sind nun deutlich größer geworden, nämlich 1,58 mal 2,50 Meter, und gespielt wird nicht mehr auf einer glatten Oberfläche, sondern auf Kunstrasen. Insgesamt werden sechs dieser Tische benötigt, zwei haben wir bereits in unseren Räumlichkeiten und üben fleißig auf ihnen. Einen davon hat uns der Förderverein zur Verfügung gestellt, den anderen hat die Tischlerei Maack gefertigt und gesponsert. Ein solcher Spieltisch kostet 325 Euro.

Wie setzen sich die Teams zusammen und habt ihr auch einen Namen?
Aus unserer AG treten sechs Mitglieder in der Football Category an. Wir stellen zwei Teams mit jeweils drei Personen. Einer ist der Teamcoach, die anderen beiden Teammitglieder. Unsere Namen sind „LEGOsuperCRAFT“ und „legocraft“.

Wie stehen die Chancen, dass ihr den Wettbewerb in der heimischen Schule für Euch entscheiden könnt?
Wir rechnen uns sehr gute Chancen für den Vorentscheid aus, da wir 2015 schon beim Deutschlandfinale gut abgeschnitten haben. Wir kennen unsere Gegner zwar noch nicht, haben aber am 11. Mai einen Probetermin in Hamburg vor unseren Sponsoren, bei dem wir sehr gut testen können, wie gut unsere Robos programmiert sind.

Wie teuer ist ein wettbewerbstauglicher Robo?
Die Kosten für das Material und die Software belaufen sich pro Team auf zirka 1000 Euro. Allein die Sensoren, die wir aus den USA bestellen, kosten schnell 400 Euro.

Was sind die Besonderheiten am Wettbewerbstag?
Es gibt eine Vielzahl an Besonderheiten. Wir müssen zum Beispiel unsere Roboter vor Turnierbeginn in all ihre Einzelteile zerlegen und haben dann 120 Minuten Zeit, um sie aus dem puren Gedächtnis ohne Fotos oder Bauanleitungen wieder zusammenzubauen. Das ist nicht ganz leicht, weil man sehr viel auswendig lernen muss.

Könnt ihr während des Wettbewerbs in das Spielgeschehen eingreifen?
Nicht direkt, da die Roboter während des gesamten Wettbewerbs autonom laufen müssen, sprich man darf nicht in das Programmierte eingreifen. Und auch Handys sind am Spieltisch nicht erlaubt.

Wie viele Teams nehmen am Vorentscheid in Tornesch teil?
Am Vorentscheid in der KGS nehmen neun Mannschaften teil. Wir selber stellen zwei eigene Teams. Daneben haben sich noch einige Teams aus dem Ruhrgebiet angemeldet, wir haben ein privates Team dabei, welches nicht aus einer Schul-AG entsprungen ist und sogar Gegner aus Passau nehmen den weiten Weg zu uns auf sich.

Da steckt doch bestimmt eine Menge an Ehrgeiz und Organisation dahinter?
Lehrer Mario Selck: Zum Glück konnten wir eine Menge Leute für unsere Idee begeistern. Der Bürgermeister der Stadt Tornesch übernimmt die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung und hält die Eröffnungsrede. Zudem kümmert sich unsere hauseigene Bühnentechnik-AG um den Aufbau und die Stromversorgung. Unsere Schülerfirma „Event Solution“ wird sich den ganzen Tag um die Bewirtung der Besucher in Form von Mittagessen und Getränken kümmern. Der FC Union Tornesch stellt außerdem offizielle Fußballschiris aus dem Hamburger Fußball Verband, damit der Wettbewerb in einem professionellen Rahmen abläuft und uns niemand einen Heimvorteil nachsagen kann.

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erstellt am 14.Apr.2016 | 15:30 Uhr

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