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„Jugend debattiert“ : Schüler aus Pinneberg fährt zum Finale nach Berlin

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Frederik Lemke von der Brahms-Schule wird Zweiter beim Landesentscheid von „Jugend debattiert“.

shz.de von
erstellt am 17.Mär.2015 | 10:02 Uhr

Pinneberg/Berlin | Frederik Lemke gehört zu den besten Debattierern in der Bundesrepublik. Der Schüler der Pinneberger Johannes-Brahms-Schule wurde beim Landesfinale des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ in Kiel Zweiter und qualifizierte sich damit für den Bundesentscheid, der Ende Juni in Berlin stattfindet. Zur ersten Runde waren bundesweit mehr als 200.000 Schüler der Sekundarstufen eins und zwei angetreten.

Richtig zu debattieren will gelernt sein. Nicht ins Wort fallen, Standpunkte freundlich im Tonfall, aber hart in der Sache vertreten und dabei Selbstsicherheit und Überzeugungskraft ausstrahlen.

All das beherrscht Frederik Lemke aus dem Effeff. Der 18-Jährige, der die zwölfte Klasse des Johannes-Brahms-Gymnasiums in Pinneberg besucht, zählt zu den besten Rednern Schleswig-Holsteins. Beim Landesausscheid „Jugend debattiert“ in Kiel holte er jüngst den zweiten Platz – und qualifizierte sich damit für den Bundeswettbewerb Ende Juli in Berlin, als einer von insgesamt 64 Schülern der Sekundarstufen eins und zwei. In der ersten Runde auf Schulebene hatten noch mehr als 200.000 teilgenommen.

Die Prozedur beim großen Finale wird sich dabei von den bisherigen Runden nicht sonderlich unterscheiden. In Vierergruppen diskutieren die Teilnehmer über ein Thema, das sie erst wenige Tage zuvor erfahren. Beim Landeswettbewerb hieß dieses: „Sollte die Vorratsdatenspeicherung eingeführt werden“. „Man muss sich sehr gut vorbereiten, denn es ist nicht erlaubt, Notizen mit in die Runde zu nehmen“, so Lemke. Die Debatte selbst läuft, ungleich dessen, was TV-Zuschauer bisweilen aus Fernseh Talkshows kennen, dann nach strikten Regeln ab. Jeweils zwei Teilnehmer nehmen eine Pro-, die anderen beiden eine Contra-Position ein. Die jeweilige Rolle wird zugeordnet und muss sich deshalb nicht zwangsläufig mit der tatsächlichen Meinung decken. Zwei Minuten hat jeder Schüler am Anfang Zeit, seine Argumente vorzustellen. Danach folgt eine zwölfminütige Aussprache, schließlich ein 60 Sekunden langes Schlussplädoyer. Gesprochen wird nicht wild durch-, sondern stets nacheinander. Vier Kriterien werden bewertet: Sachkenntnis, die Fähigkeit, auf gegenteilige Argumente einzugehen, Ausdruck sowie die Körpersprache. „Ganz wichtig ist“, so betont Lemke, „dass man inhaltlich bei seiner Meinung bleibt und sich nicht überzeugen lässt. Wer dies tut, kann gleich seine Sachen packen.“

Leidenschaftlich debattieren

Woher der 18-Jährige, der vor zwei Jahren im Übrigen schon einmal an dem Wettbewerb teilnahm und es damals bis zum Landesausscheid schaffte, seine Debattier-Leidenschaft hat, weiß er selbst nicht so genau. „Ich rede einfach gerne. Früher wurde man dafür bestraft. Heute gibt es Preise“, sagt er lakonisch. Normalerweise mache ihn das Halten von Reden auch kein bisschen nervös. „In Kiel war das zwar anders. Aber dort war ich nicht vor dem öffentlichen Sprechen an sich aufgeregt, sondern weil es um etwas ging.“

Den Schulabschluss in der Tasche, will Frederik Lemke sein rhetorisches Talent später auch beruflich einsetzen. Wie, das weiß er aber noch nicht genau. „Ich wollte lange Jura studieren, das habe ich aber wieder verworfen“, sagt er. Nun könne er sich durchaus vorstellen, eines Tages „in die Politik“ zu gehen.

Mehr als 200.000 Schüler aus mehr als 1100 Schulen haben sich bundesweit am Wettbewerb „Jugend debattiert“ 2015 beteiligt. Aus Schleswig-Holstein nahmen zirka 8000 Schüler teil. Die Landessieger des Wettbewerbs werden im Juni an einem viertägigen Seminar auf Burg Rothenfels am Main teilnehmen. Am 27. Juni wird dann beim Bundesfinale in Berlin der Bundessieger des diesjährigen Wettbewerbs ermittelt.
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