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Pinneberger Tageblatt

15. Dezember 2017 | 13:55 Uhr

Schmidts Werk begeistert

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der ostfriesische Bass-Bariton Keno Brandt überzeugt mit starken Soli / Weitere Projekte sind in Planung

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2013 | 16:00 Uhr

Die „Rellinger Messe“, eine Kreation für Solisten, Chor und Orgel des Rellinger Kirchenmusikers Oliver Schmidt, zog am Sonnabend das Publikum erneut in ihren Bann. Die Stimmen der Solisten Ulrike Meyer (Sopran) Annette Gutjahr (Mezzo-Sopran) und Kenno Brand (Bass-Bariton) brachten Schmidts Werk mit beredter Klangsprache ins Schwingen. Starke Einzelpassagen des gebürtigen Ostfriesen Keno Brandt verschmolzen mit tief-klangvollen Tönen des Organisten Paul Fasang. Auch die Solistinnen Ulrike Meyer und Annette Gutjahr überzeugten mit starken einzelnen wie gemeinsamen Auftritten. Mit stimmgewaltigen Passagen der Rellinger Kantorei wie „Sanctus, sanctus Dominus Deus Sabaoth“ wurde die Darbietung der Messe vollendet.

Schmidt zieht mit seinem Werk eine Parallele zum traditionellen Gedankengut des „Ordinarium Missae“. Letztlich umfasst es immer wiederkehrende liturgische Bestandteile des Gottesdienstes. Dazu gehören vier Kerngedanken: Das gemeinsame Bekenntnis zum christlichen Glauben, der Lobpreis Gottes, das Gedenken an Kreuzigung und Auferstehung Christi sowie die Bitte um göttliches Erbarmen.

Bei der Verfassung seines Werkes hat der Rellinger Kantor auch eigene Eindrücke verarbeitet. „Gemeinschaft im Bekenntnis war für mich die erste Assoziation beim Betreten der Rellinger Kirche“, erinnert sich Schmidt. „Anfang und Ende liegen nicht bei Altar und Ausgang, wie es manch anderer Kirchenbau vermittelt, sondern bei Christus, dessen Kreuz auf dem Altar und über dem Ausgang zu finden ist.“

Nicht nur seine 2012 erstmals aufgeführte Eigenkreation brachte der bekennende Bach-Fan zu Gehör. Bei der Präsentation von Johann Sebastian Bachs Toccata F-Dur BWV 540 setzte er sich selber an die Tasten. Mit seiner Interpretation des Werkes brachte Schmidt Bachs vielseitige Klangsprache ausdrucksstark zur Geltung. Heiterkeit und Schwermut wechseln sich bei der Toccata ebenso ab wie Trauer und Hoffnung, Geduld und Ungeduld sowie Vertrauen und Zweifel.

Bachs Werk und Schmidts Rellinger Messe ergänzten sich zu einer würdigen und feierlichen Ausgestaltung der Liturgie. Das Publikum bedachte die Musiker mit viel Beifall. Oliver Schmidt plant bereits neue Kreationen sowie weitere Termine für musikalische Darbietungen. „Wir proben jetzt schon mit allen Ensembles und Chören der Rellinger Kirche für ein Konzert am ersten Advent.“ Auch an der Aufführung des Weihnachtsoratoriums werde schon gearbeitet. Doch mehr möchte der Kirchenmusiker, der oft frühmorgens oder abends an der Rellinger Orgel anzutreffen ist, noch nicht verraten.


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