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Bürgerinitiative in Borstel-Hohenraden : Schluss mit dem Straßenlärm

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Belästigung nervt etwa 800 Anwohner, die BI "Lärm Quickborner Straße" will daher den Verkehr auf der L76 reduzieren.

shz.de von
erstellt am 23.Jan.2014 | 12:00 Uhr

„Es kann nicht sein, dass der Fahrzeugverkehr wichtiger als die Menschen ist“, sagt Harald Villmann. Der 65-Jährige ist Sprecher der Bürgerinitiative (BI) „Lärm Quickborner Straße“, die schon seit Jahren Maßnahmen fordert, die die Belästigung durch den Verkehr auf der Landesstraße 76 (L76 ) reduzieren. Bisher ohne Erfolg. Neue Hoffnung gibt der BI nun der bevorstehende Besuch des schleswig-holsteinischen Wirtschafts- und Verkehrsministers Reinhard Meyer (SPD). Der Minister will sich am Montag, 27. Januar, um 10 Uhr vor Ort überzeugen, dass die Klagen der Anwohner an der Quickborner Straße berechtigt sind.

Villmann ist gespannt, ob der prominente Gast tatsächlich etwas verbessern kann. „Schließlich sind unsere Forderungen schon seit langem bekannt.“ Die BI will unter anderem, dass der Straßenbelag ausgewechselt und durch Flüsterasphalt ersetzt wird. Dazu soll die Fahrbahnbreite reduziert werden. Verschwenkungen sollen zusätzlich dazu zwingen, vom Gas zu gehen. Darüber hinaus fordert die BI, die Quickborner Straße für Lkw ab 7,5 oder zumindest ab zwölf Tonnen zu sperren. Außerdem könnten Autofahrer von den sogenannten Pförtnerampeln ausgebremst werden. Auch die Einführung einer Lkw-Maut für die Nutzung von Straßen wie der L76 hält Villmann für sinnvoll.

Der 65-Jährige betont, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Die Lärmbelästigung sei praktisch seit der Errichtung der Straße in den 1970er Jahren unerträglich. „Wir hatten schon vor dem Bau das Grauen erwartet. Das ist dann auch tatsächlich gekommen“, sagt der seit 1973 an der Quickborner Straße wohnende Villmann. Ab 4.30 Uhr sei für viele nicht mehr an Schlaf zu denken, weil die Autos an ihren Fenstern vorbeirollten. Rund 11 000 Fahrzeuge würden jeden Tag die Ortsdurchfahrt nutzen. „Meistens mit überhöhter Geschwindigkeit.“ Das bedeute etliche Einschränkungen im Alltag. Lauschige Grillabende seien beispielsweise unmöglich, weil der Lärm keine vernünftige Unterhaltung zulasse. Villmann schätzt, dass rund 800 Borstel-Hohenradener an der Quickborner Straße wohnen und von den Belästigungen betroffen sind. Protestplakate auf mehreren Grundstücken zeigen, dass viele Bürger nicht bereit sind, den Krach weiter zu akzeptieren.

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