Kreis Pinneberg : Schleiereulen ohne Nachwuchs

Auch der Steinkauz ist im Kreis Pinneberg 2013 selten gesichtet geworden.
Auch der Steinkauz ist im Kreis Pinneberg 2013 selten gesichtet geworden.

Zu wenige Wühlmäuse als Nahrung: Zahl der Steinkauzpaare im Kreis Pinneberg sinkt von zwölf auf sieben.

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21. November 2013, 16:00 Uhr

Das kalte und nasse Frühjahr hat der Eulenpopulation im Kreis Pinneberg arg zugesetzt. „2013 war leider ein katastrophales Jahr für Schleiereule und Steinkauz“, sagt Dirk-Peter Meckel, stellvertretender Vorsitzender des Landesverbands Eulenschutz in Schleswig-Holstein. Hauptgrund sei der Wühlmausmangel. Die kleinen Nager sind die Lieblingsspeise der Schleiereulen. Gerade einmal zwei nachgewiesene Brutpaare zählten die Eulenexperten dieses Jahr – im Vorjahr waren es immerhin noch vier gewesen. Während im Jahr 2012 zehn Jungvögel beobachtet wurden, konnten die Gebietsbetreuer 2013 keine einzige junge Schleiereule entdecken.

Die taubengroße Eule mit ihrer charakteristischen herzförmigen Gesichtsmaske ist ein Kulturfolger, der sich eng an menschliche Siedlungen angeschlossen hat. Scheunen und Kirchtürme dienen ihr als Schlaf- und Nistplatz. Offenes Kulturland mit ganzjährig kurzer Vegetation ist ihr bevorzugtes Jagdgebiet. Die beiden Schleiereulen-Paare im Kreis Pinneberg sind in Raa-Besenbek und Seestermühe beheimatet.

Fast ebenso dramatisch sieht die Lage bei den Steinkäuzen aus. Die Zahl der Brutpaare sank von elf im Jahr 2012 auf sieben. Gerade einmal 16 Jungvögel wurden gezählt, im Vorjahr waren es immerhin noch 32 gewesen. „Wir hatten viele Totfunde bei den Steinkauz-Jungen“, sagt Meckel. Auch Brutaufgaben gab es ungewöhnlich viele“. Steinkauz-Hochburg im Kreis bleibt Bokel, wo vier Paare gezählt wurden.

Der kleine Vogel mit dem bräunlichen, weiß gefleckten Gefieder, den strahlend gelben Augen und dem sich ständig wiederholendem „Guuuhk-Ruf“ ist kaum größer als eine Amsel. Er liebt den Dorfrandbereich und Einzelgehöfte, benötigt geräumige Bruthöhlen und Tageseinstände, extensiv bewirtschaftete Flächen mit ganzjährig kurzer Vegetation, eingestreuten großen Bäumen und Viehbeweidung. Steinkäuze ernähren sich hauptsächlich von Kleinsäugern, Insekten und Regenwürmern.

Für 2014 hofft Meckel auf bessere Bedingungen für die heimische Eulenwelt. Die Negativtendenz bleibt allerdings unverkennbar: „Vor zwölf Jahren gab es landesweit fast tausend Schleiereulenbrutpaare, 2013 zählten wir in ganz Schleswig-Holstein nur noch 66 Paare“, sagt der Eulenexperte.

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