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In Pinneberg regiert das Chaos : Schlechtes Zeugnis für die Schulsanierung

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nur 23 Prozent der beschlossenen Arbeiten wurden bisher umgesetzt. Die SPD zeigt sich entsetzt. 80.000 Euro Fördermittel verloren.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2015 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Der Sanierungsstau an Pinnebergs Schulen: In diesem Jahr sollte er endlich mit Macht angegangen, das Schulbauprogramm abgearbeitet werden. Doch am Mittwochabend folgte im Schulausschuss der nächste Schock im ewigen Schuldesaster. Die Verwaltung räumte ein, dass in diesem Jahr bisher erst 23 Prozent der geplanten Bauarbeiten ausgeführt werden konnten – und diese Quote sich bis zum Ende des Jahres auch nicht mehr entscheidend verbessern werde.

In der SPD sorgte das Eingeständnis der Stadt schlichtweg für Entsetzen. „Das ist einen riesen Rückschritt für Pinneberg und für die Schulen“, betonte Ratsherr Herbert Hoffman. Der SPD-Abgeordnete war stinksauer. „Die Wahrheit kommt immer am Ende des Jahres heraus. Es ist das gleiche Dilemma wie in den vergangenen Jahren.“ Die Verwaltung habe aus Fehlern nichts gelernt. Die Sozialdemokraten verweisen darauf, dass die Stadt bei der Vorlage des Etats im Kieler Innenministerium eine Erfüllungsquote bei der Sanierung von Schulgebäuden von bis zu 60 Prozent in Aussicht gestellt habe. Diese Quote hätten auch die betroffenen Schulen und die Politik erwartet.

Rathaussprecher Marc Trampe räumte gestern ein, dass auch die Stadt mit der Quote nicht zufrieden sei. Für die Abarbeitung des beschlossenen Schulbauprogramms ist der Kommunale Servicebetrieb Pinneberg (KSP) verantwortlich. Beim Gebäudemanagement gibt es scheinbar massive Probleme. „Das hat die Verwaltung auch eingeräumt“, betont der SPD-Abgeordnete Kai Vogel. Teilweise habe die Verwaltung den Überblick über den Sanierungsstand verloren.

Das Wort vom Chaos macht die Runde. An der Theodor-Heuss-Schule musste zwischenzeitlich sogar ein Baustopp verhängt werden, weil ohne Baugenehmigung und ohne geprüfte Statik Abbrucharbeiten und Bautätigkeiten erfolgt sind. Arbeiten an der neuen Pfosten-Riegel-Fassade konnten noch nicht weitergehen, da die eingereichte Statik fehlerhaft war. Laut Stadt liegt bis heute keine geprüfte Statik vor. Da die Arbeiten definitiv nicht bis Ende Oktober abgeschlossen werden, verliert die Stadt auch noch Fördermittel in Höhe von 80.000 Euro. Die Förderung kann in 2016 aber wieder neu beantragt werden. Welche Auswirkungen das auf den weiteren Bauablauf hat, kann laut Verwaltung noch nicht beurteilt werden. Vogels Fazit ist eindeutig: „Das uns vorgelegte Ergebnis ist katastrophal.“

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