Die „Appen musiziert“-Stars im Interview : Schlagersänger Patrick Simons über seine eigene Benefiz-Gala in Süddeutschland

Auch er kommt am Sonntag, 20. September, in die Gemeinde Appen: Patrick Simons.
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Auch er kommt am Sonntag, 20. September, in die Gemeinde Appen: Patrick Simons.

Patrick Simons trat 2013 bei „Appen musiziert“ auf – und war so begeistert, dass er selbst eine Benefiz-Gala organisierte.

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20. Mai 2015, 10:00 Uhr

Appen | Patrick Simons trat 2013 bei „Appen musiziert“ auf – und war so begeistert, dass er selbst eine Benefiz-Gala organisierte. Am Sonntag, 20. September, ist er nun wieder in Appen zu sehen und zu hören. Im dritten Teil der Interview-Serie in dieser Zeitung spricht Simons über seine Motivation, sich für den guten Zweck zu engagieren und ärgert sich über die Arroganz mancher Programmdirektoren.

Was hat Sie 2013 bei Ihrem Auftritt in Appen besonders beeindruckt?
Patrick Simons:
Die unwahrscheinliche Kraft von Rolf Heidenberger, ein Event in dieser Größenordnung auf die Beine zu stellen. Eine solche Hingabe und solcher Idealismus sind sensationell. Es ist einfach schön, dass das Geld wirklich komplett dort landet, wo es hin soll – nämlich bei den kranken Kindern. „Appen musiziert“ ist mit Abstand die niveauvollste Veranstaltung dieser Art. Sie zielt nicht darauf ab, dass sich jemand profiliert. Es geht nur darum, anderen zu helfen.

Sie selbst haben im vergangen Jahr in Neckarwestheim erstmals „Appen musiziert im Süden“ organisiert. Was war Ihre Motivation?
Das hängt mit der Faszination zusammen, die Rolf Heidenberger und seine Arbeit auf mich haben. Mir wurde bewusst, dass es als Künstler nicht ausreicht, nur bei Charity-Veranstaltungen aufzutreten. Ich will selbst etwas tun. Jeder ist froh, wenn seine Kinder gesund sind. Aber es gibt Eltern, die haben Sorgen, Nöte und Ängste. Denen müssen wir helfen. Mir geht es nicht darum, mich selbst in den Vordergrund zu stellen. Profilieren will ich mich nur durch meine Musik.

Wird „Appen musiziert im Süden“ zur festen Einrichtung?
Auf jeden Fall. Dieses Jahr setzen wir zwar aus, weil unser Termin mit der Veranstaltung in Appen kollidiert wäre. Im kommenden Jahr geht es aber weiter. Die ersten Künstler haben bereits fest zugesagt. Der Ort steht allerdings noch nicht fest. Die letzten acht Wochen vor der Gala sind übrigens ein Dauerausnahmezustand. Es gibt so viel Organisatorisches zu regeln und ich hatte immer Angst, etwas zu vergessen – der reinste Horror.

Der gebürtige Bielefelder Patrick Simons ist seit Jahrzehnten Teil der Musikszene in Deutschland. Zu seinen Hits zählen Lieder wie etwa „Kantig und ehrlich“, „My Scottisch Highlands“, „Schattenspiel“ und „Irgendwann Maria“. „Meine Texte sollten immer etwas aussagen“, sagt Simons über seine Songs. Aktuell lebt er in Baden-Württemberg in der Nähe von Heilbronn. Außer der Musik seien Kochen und Tennisspielen seine großen Leidenschaften, berichtet der Sänger.

Wer wird mit den Einnahmen aus Ihrer Benefiz-Gala unterstützt?
Die Einnahmen kommen direkt „Appen musiziert“ zu Gute. Da weiß ich, dass das Geld nicht in dunklen Kanälen versickert. Daran wird sich auch nichts ändern. Zwar richtet Rolf Heidenberger nach dem 20. September keine weiteren Veranstaltungen aus. Aber mit „Appen musiziert im Süden“ will ich einen Beitrag leisten, das Andenken an diese großartige Aktion zu bewahren.

Wie würden Sie selbst Ihre Musik beschreiben?
Eigentlich bin ich Country-Musiker und absoluter Fan des legendären Johnny Cash. Auf meinem neuen Album wird vor allem Country-Rock zu hören sein. In Appen werde ich allerdings mit Pop-Schlagern für Stimmung sorgen. Als festes Mitglied der Les Humphries Singers stehe ich übrigens gleich zweimal auf der Bühne.

Viele lästern über Schlager. Zu Recht?
Ich kann nicht nachvollziehen, dass so viele über Schlager herziehen und die Musik als seichten Heile-Welt-Mist bezeichnen. Was ist daran verkehrt, den Menschen mit Problemen zumindest für zwei Stunden die heile Welt nahezubringen? Mich nervt, dass einige Oberschlaue den Leuten vorschreiben wollen, was sie für Musik hören sollen. Was sich speziell einige Programmdirektoren beim Fernsehen erlauben, ist eine Frechheit. Sie maßen sich nicht nur an, den Geschmack des Publikums zu kennen. Sie wollen sogar bestimmen, wie dieser auszusehen hat. Diese Arroganz ist einfach fürchterlich So wird ein Andy Borg vom Bildschirm entfernt, weil er angeblich nicht die werberelevante Zielgruppe anspricht. Dass ihn die Zuschauer mögen, spielt keine Rolle.

Wie viel von dem privaten Peter Simons steckt in Ihrer Musik?
100 Prozent. Ich singe über das, was ich selbst erlebt habe oder was mich bewegt. Wer auf der Bühne steht, will authentisch sein, weil die Musik sein Leben ist. Zufriedene Zuhörer sind für mich die größte Belohnung. Mit irgendwelchen Statussymbolen kann ich nichts anfangen. Ich bin ein total bodenständiger und ganz normaler Typ. Ich habe nur einen außergewöhnlichen Beruf, durch den ich in der Öffentlichkeit stehe.

Karten für „Appen musiziert“ gibt es im Ticket-Center des A. Beig-Verlags in Pinneberg, Damm 9-19, sowie in den Geschäftsstellen in Elmshorn, Schulstraße 62-66, in Wedel, Bahnhofstraße 65, in Quickborn, Kieler Straße 80, sowie in Barmstedt, Reichenstraße 17. Telefonische Vorbestellungen sind unter 04101-5356233 möglich. Die Tickets kosten 15 Euro, mit Sitzplatzgarantie 25.
Weitere Vorverkaufsstellen sind: Maren´s LaDiDa, Hauptstraße 24 in Appen, Edeka Jensen, August-Christen-Straße 6 in Barmstedt, Edeka Appel, Waldhof 3 in Ellerbek, Theaterkasse Konzert und Event, Kirchenstraße 8 in Elmshorn, Edeka Böge, Hauptstraße 37-43 in Halstenbek, Theaterkasse Moorrege, Wedeler Chaussee 26 in Moorrege, Edeka Bert Meyer, Dingstätte 5 und Saarlandstraße 65 in Pinneberg, Edeka Böge, Nienhöfener Straße 19a in Pinneberg, Marktkauf, Peiner Hag 1 in Prisdorf, Edeka Appel, Krupunder 2 in Rellingen, Edeka Böge, Hauptstraße 39 in Rellingen, Edeka Ermeling, Gerberstraße 1 in Uetersen sowie Edeka Jensen, Am Marienhof 3 in Wedel.
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