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Kummerfelder Kita St. Martin : Schimmel-Alarm im Kindergarten

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Kuschelraum wird morgen auf Pilzbefall untersucht und wird dafür gesperrt. „Viel zu spät“, sagt allerdings eine Elternvertreterin zu dem Vorgehen.

Ein Kuschelraum, in dem nicht mehr gekuschelt werden darf, eine Elternvertreterin die Alarm schlägt und eine Kita-Leitung, die ihr Vorgehen verteidigt. Das sind die Zutaten eines Streits um einen möglichen Schimmelbefall im evangelischen Kindergarten St. Martin in Kummerfeld.

Fest steht: Am morgigen Mittwoch wird ein zirka acht Quadratmeter großer Raum gesperrt. Es rücken Experten an, die einen Fleck auf dem Boden auf einen möglichen Schimmelbefall untersuchen. Dafür wird der Boden geöffnet, um so auch von der Unterseite des Bodenbelags Proben zu erhalten. „Viel zu spät“, sagt allerdings eine Elternvertreterin, die anonym bleiben möchte. Es habe viel zu lange gedauert, bis etwas passiert sei, kritisiert sie.

Schimmelfleck bereits 2012 entdeckt

Rückblick: Im Juni 2012 entdecken Erzieherinnen erstmals den Fleck. Dieser befindet sich in einem kleinen Raum, der insbesondere als Ruhe- und Kuschelraum für die Kinder genutzt wird. Zu diesem Zweck liegt eine Matratze auf dem Boden. Da auch hinter den Fußleisten Feuchtigkeit vermutet wird, geben Kita-Beirat und Kirchengemeinderat im Oktober eine Untersuchung in Auftrag. Nach einem Ortstermin im Dezember, liegt im Januar 2013 das von einer Hamburger Fachfirma erstellte Gutachten vor. Es kommt zu dem Ergebnis, dass die zirka 0,25 Quadratmeter große Verfärbung noch unauffällig sei, ein Schimmelpilzbefall auf der Rückseite des Belags jedoch nicht ausgeschlossen werden könne. „Die orientierenden Feuchtigkeitsuntersuchungen zeigen in diesem Bereich auffällige Werte“, heißt es in dem Gutachten, das dem Tageblatt vorliegt. Anders verhält es sich mit den Fußleisten. Dort stellt das Gutachten Schimmelpilzbefall fest und empfiehlt eine Sanierung. Die Fußleisten werden im Juni 2013 behandelt, zudem wird die Sanierung des Flecks als dringende Maßnahme für den Haushaltsplan 2014 vorgesehen.

Doch den Elternvertretern geht das nicht schnell genug. Ende August richten sie ein Schreiben an Kita-Leiterin Elfie Rohde-Borowski, mit dem sie ihren Unmut über die ihrer Meinung nach zu lange „Bearbeitungszeit“ Ausdruck verleihen. Letztlich entscheidet der Kirchengemeinderat nach vorheriger Verständigung mit den Fachdiensten Kita-Aufsicht und Umwelt des Kreises die Maßnahme vorzuziehen. „Ich begrüße, dass die Arbeiten jetzt losgehen“, so die Elternvertreterin. Doch sie bleibt bei ihrem Vorwurf: „Es hat zu lange gedauert, bis etwas passiert ist.“ Und weiter: „Wenn wir nicht Druck gemacht hätten, wäre nichts geschehen.“

Kita-Leiterin: Gesundheit der Kinder zu keiner Zeit in Gefahr

Die Vorwürfe können Rohde-Borowski und Bernd Andresen, Pastor der Osterkirchengemeinde, nicht nachvollziehen. „Nach den uns vorliegenden Informationen und Ergebnissen haben wir verantwortungsvoll gehandelt“, sagen sie. Laut Rohde-Borowski sei die Gesundheit der Kinder zu keiner Zeit in Gefahr gewesen. Andresen ergänzt: „Wir haben das Thema immer auf dem Tisch gehabt und den Fall nicht aus dem Blick verloren.“ Und weiter: „Alles, was die Sicherheit gefährden würde, wird sofort gemacht.“ Entsprechend habe man den Schimmel unter den Fußleisten im Beisein der Eltern beseitigen lassen und auch die Untersuchung des Flecks vorgezogen.

Die Ursache für den Pilzbefall in dem Raum, der sich in einem Altbau befindet, ist bislang unklar. Laut Gutachten könnte ein im Boden befindlicher Fußbodenablauf Auslöser sein. Zudem lasse sich der Raum laut Andresen schlecht lüften. Nun warten die Verantwortlichen auf das Ergebnis der morgigen Untersuchung, um anschließend die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten. Andresen: „Ziel ist, dass der Raum ohne Bedenken weiter genutzt werden kann.“

Die evangelische Kita St.Martin in Kummerfeld

Insgesamt 80 Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren werden derzeit im Kummerfelder Kindergarten St. Martin betreut. Sie sind in fünf Gruppen aufgeteilt. So gibt es beispielsweise eine Krippengruppe für die Jüngsten mit zehn Plätzen und eine Familiengruppe mit 15 Plätzen, in der jüngere und ältere Kinder zusammen betreut werden. Die Kita wird durch Landesmittel, Elternbeiträge und kommunale Mittel finanziert.

 
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erstellt am 15.Okt.2013 | 15:34 Uhr

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