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Pinneberger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 06:09 Uhr

Pinneberg : Scheitert die Markt-Privatisierung?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kaum Resonanz auf europaweite Ausschreibung: Die Verwaltung empfiehlt den Abbruch des Verfahrens.

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Die Pinneberger Politik wollte Jahrmarkt und Wochenmarkt unbedingt privatisieren – trotz des erbitterten Protests der Beschicker. Die Aufregung könnte nun umsonst gewesen sein. In ganz Europa suchte die Stadtverwaltung nach einem privaten Betreiber. Ein geeigneter Kandidat konnte nicht gefunden werden. Nun empfiehlt die Stadtverwaltung, die Märkte weiter in öffentlicher Hand zu belassen. Die endgültige Entscheidung der Politik fällt Ende Oktober im Stadtentwicklungsausschuss.

Die Resonanz auf die Ausschreibung war gering. „Dabei hat die Stadt alles versucht“, so Wirtschaftsförderer Stefan Krappa. Drei Kandidaten reichten ihre Bewerbungen bei der Kreisstadt ein – einen davon schloss die Verwaltung wegen fehlender Erfahrung sofort aus. Michael Artus, Fachdienstleiter Finanzen führte die Gespräche mit den Bewerbern. Das Problem: Beide Betreiber wollten nur die Pinneberger Wochenmärkte übernehmen. Für die Stadt ergibt ein derartiges Modell keinen Sinn. Krappa erklärt: „Wir müssten die Marktmeister weiterhin bezahlen, Personalkosten spart die Stadt in diesem Fall nicht ein.“

Eine erneute Überprüfung der Kosten für die Marktdurchführung brachte zudem die Erkenntnis, dass die Stadt die Märkte derzeit weitgehend kostendeckend betreiben könne. Artus erläutert das weitere Vorgehen: „Wir sollen uns nun bei vergleichbaren Mittelstädten umhören, welche Erfahrungen dort mit der Privatisierung gemacht wurden.“

Bricht die Politik die Ausschreibung ab, ändert dies nichts am geplanten Umzug des Sonnabendsmarkts in die Pinneberger Innenstadt. „Auch wenn nicht privatisiert wird, wollen wir die Märkte weiterhin attraktiver machen“, betont Krappa. Dazu gehöre zunächst der Umbau des Drosteivorplatzes. Anschließend werde sich das Stadtmarketing gemeinsam mit den Beschickern um ein attraktiveres Angebot bemühen, so der Wirtschaftsförderer. Für Krappa steht fest, dass die Standgebühren konstant bleiben sollen. „Das hatten wir auch allen Bewerbern in der Ausschreibung gesagt.“ Marktsprecher Klaus-Günther Petersen würde ein Scheitern der Privatisierung begrüßen. Er kämpft schon seit Jahren gegen diese Vorhaben, befürchtet trotz der Versicherungen der Stadt höhere Standgebühren. Für ihn ist die geplante Verlegung des Sonnabendmarkts weiter das Hauptproblem. Durch Veranstaltungen auf dem Drosteivorplatz müssten die Marktbuden zu häufig umziehen.

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