Surfen am Arbeitsplatz : Schäden in Millionenhöhe

Privates Surfen am Arbeitsplatz verursacht hohe Schäden in der Wirtschaft.
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Privates Surfen am Arbeitsplatz verursacht hohe Schäden in der Wirtschaft.

Unternehmen leiden laut einer Studie unter privatem Internet-Surfen am Arbeitsplatz. Die IHK rät zur Gelassenheit.

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09. Juni 2014, 06:00 Uhr

Pinneberg | Facebook, Youtube und Co. sind echte Zeitfresser. Millionen Menschen sind täglich in den Weiten des Internets unterwegs – und das nicht nur in ihrer Freizeit, sondern zunehmend auch am Arbeitsplatz. Nach einer Studie des irischen Social-Mailing-Provides „harmon“ sind die sogenannten „sozialen Medien“ mittlerweile für 60 Prozent aller Arbeitszeitunterbrechungen verantwortlich. Mehr noch: 45 Prozent der Befragten gaben an, wegen Aktivitäten auf den entsprechenden Plattformen immer nur 15 Minuten am Stück arbeiten zu können. Die Folge: Etwa eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Tag und Arbeitnehmer und ein immenser wirtschaftlicher Schaden – nicht nur für Einzelunternehmen, sondern für die gesamte Volkswirtschaft. In Millionenhöhe. So jedenfalls die Studie.

Paul Raab, Leiter der IHK-Zweigstelle Elmshorn, hält diese Schlussfolgerung indes für Spekulation. „Unserer Einschätzung nach sind sich Arbeitnehmer ihrer Verpflichtung, ihrer Arbeit ohne zahlreiche Unterbrechungen nachzugehen, in hohem Maße bewusst“, sagt er. Dem IHK-Chef zufolge würden zahlreiche Unternehmen ihre Mitarbeiter eher umgekehrt ermutigen, soziale Netzwerke für dienstliche Zwecke zu nutzen. Richtig angewandt könne so sowohl die betriebsinterne Kommunikation als auch die gegenüber Kunden verbessert werden. Ob es sinnvoll sei, soziale Medien am Arbeitsplatz ganz oder teilweise zu sperren, müsse jedes Unternehmen selbst entscheiden. Rechtlich zulässig sei dies auf jeden Fall.

Dass es dafür in der Tat eine Notwendigkeit gibt, glaubt mithin Suchtberater Holger Baumann. „Um die 560 000 Menschen sind inzwischen in Deutschland von Online-Sucht betroffen, das ist eine Hausnummer. Da wird es definitiv eine Regelung geben müssen“,sagt er. Wichtig sei, überhaupt erst einmal ein Problembewusstsein zu entwickeln. Bislang, so Baumann weiter, sei Internetsucht noch nicht einmal als Krankheit anerkannt.

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