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Bauarbeiten an der Landesstraße : Sanierung der L76 in Borstel-Hohenraden stagniert

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gas- und Stromleitungen aus den 1970er Jahren liegen nach heutigen Anforderungen für die Arbeiten nicht tief genug.

shz.de von
erstellt am 04.Aug.2015 | 12:00 Uhr

Die Sanierungsarbeiten an der Landesstraße 76 in Borstel-Hohenraden sind ins Stocken geraten. Derzeit stehen die Maschinen still. Beim Auffräsen der Straße stellten die Bauarbeiter fest, dass eine Vielzahl von Hausanschlussleitungen (Gas und Strom) nicht den heutigen Vorschriften entsprechend verlegt wurden, so dass die Arbeiten vorläufig eingestellt werden mussten. Dies teilte der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr gestern mit. Laut Kersten Schmidt von der Landesbaubehörde verschieben sich die Bauarbeiten an dem aktuellen Abschnitt zwischen der Straße In de Masch bis zur Einfahrt der Freiwilligen Feuerwehr deshalb um weitere drei Wochen.

Besonders die Anwohner und die Betriebe werden wohl unter der Verzögerung leiden. „Für die anliegenden Betriebe ist das der wahrgewordene Albtraum“, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Borstel-Hohenraden, Wiebke Dicks. „Für die Betroffenen ist das furchtbar. Aber das konnte ja niemand vorhersehen“

Verantwortlich für die Verzögerung sind aus Sicht von Schmidt unter anderem die Stadtwerke Pinneberg, die Ende der 1970er Jahre die Leitungen verlegt hatten. „Wenn die Stadtwerke nicht gepfuscht hätten, wären wir schon durch. So haben wir drei Wochen verloren. So leid es mir tut, da müssen die Anwohner jetzt durch“, so Schmidt. Glücklicherweise seien beim Fräsen keine Gasleitungen, sondern nur eine Stromleitung beschädigt worden. „Da haben wir Glück gehabt.“ Eigentlich müssten die Leitungen laut der Landestraßenbaubehörde 1,20 Meter unter der Deckschicht liegen. In diesem Fall hätte die Stromleitung etwa 25 Zentimeter und die Gasleitung etwa 55 Zentimeter tief unter der Fahrbahnoberfläche gelegen. Nach Aussage der Stadtwerke müssen nun zehn Gashausanschlüsse verlegt werden.

Diese Arbeiten sollen voraussichtlich bis zum 14. August abgeschlossen sein. In diesem Zeitraum müssen auch die Telekom und die Schleswig-Holstein Netz AG ihre Leitungen tiefer legen. Über den Hintergrund kann Volker Mielisch, Unternehmenssprecher der Schleswig-Holstein Netz AG laut eigener Aussage „nur spekulieren“. „Eventuell galten zum Verlegezeitpunkt andere Tiefenvorgabe“, sagte er gestern. „In anderen Orten gab es aber auch Veränderungen an den Erdoberflächen. Dabei wurde Erde abgeschoben, wodurch sich die Überdeckung verringerte.“

Ende der Arbeiten in dieser Woche

Die Arbeiten sollen laut Mielisch in dieser Woche abgeschlossen sein. Ihn wundere es aber, dass mehrere Versorger betroffen sind. Dies deute darauf hin, dass sich die Vorgaben über die Jahre verändert hätten. Henning Fuchs, Geschäftsführer der Stadtwerke Pinneberg, stößt in die gleiche Richtung wie Mielisch. Dass mehrere Leitungen betroffen sind, findet auch er „eigenartig“. Er will sich endgültig aber nicht festlegen, ob die Leitungen damals falsch verlegt wurden oder den Vorgaben entsprachen.

Die Landesbaubehörde will den Bereich bis zur Hausnummer 65 noch in dieser Woche mit Tragschicht und Binderschicht versehen, um die Zufahrten Prisdorfer Weg und In de Masch freigeben zu können. Schmidt geht davon aus, dass die restliche Fahrbahn frühestens ab dem 17.    August asphaltiert werden kann und die Anwohner ihre Zufahrten somit erst Ende August wieder nutzen können. Im Bereich der stillliegenden Baustelle sollen mehrere Querungshilfen aufgestellt werden, um die Umwege für Radfahrer und Fußgänger zu verringern.

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