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Pinneberger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 19:11 Uhr

Pinneberg : Sanierung der Heuss-Schule startet

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Modernisierung des maroden Innenhofs beginnt mit Tiefbauarbeiten. Hausmeistergebäude wird für 80.000 Euro ausgebaut.

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2014 | 14:00 Uhr

Pinneberg | Pinnebergs Theodor-Heuss-Gymnasium – ein Problemfall. Seit Jahren wird über den baulichen Zustand des Gebäudes diskutiert. Jetzt gibt’s zur Abwechslung mal positive Nachrichten zu vermelden. In diesen Tagen startet eine Sanierungsoffensive. Noch im September soll mit Tiefbauarbeiten begonnen werden – ein erster Schritt zur Sanierung des maroden Innenhofs.

Silkata Sahin Adu, Chefin des Kommunalen Servicebetriebs (KSP), der seit Anfang 2013 für die Schulen zuständig ist, hofft, das Gymnasium bis 2017 fit zu haben. „Wir sind natürlich abhängig vom städtischen Haushalt“, so die KSP-Leiterin. Pinneberg blickt diesbezüglich stets mit einem Auge nach Kiel. Hintergrund: Die Stadt hat sich wegen ihrer desaströsen Finanzlage verpflichtet, gegenüber dem Innenminister Rechenschaft über Kreditaufnahmen abzulegen.

Bereits seit Juli sind Handwerker an der Datumer Chaussee vor Ort. Für 80 000 Euro wird derzeit das Hausmeisterhaus erweitert. Das war überfällig. Hausmeister Andreas Müller, der seit sieben Jahren an der Heuss-Schule seinen Dienst verrichtet, hat vor vier Jahren Drillinge bekommen. Zuletzt hatte er auf 80 Quadratmeter leben müssen – und mit seiner Frau im Wohnzimmer genächtigt. „Ich bin der Politik, der Stadt und dem KSP sehr dankbar“, sagt Müller, der sich zwischenzeitlich schon nach einer neuen Wohnung umgesehen hatte.

Schulleiter Matthias Beimel sieht die Entwicklung mit Freude: „Es ist von großer Bedeutung, dass unser Hausmeister stets vor Ort ist, gerade angesichts der umfangreichen Bauarbeiten im Gebäude.“ Zudem würde Vandalismus dank der Präsenz in Grenzen gehalten.

Beimel, der in den vergangenen Jahren immer wieder auf die Baumängel an der THS hingewiesen hatte, hofft für die Zukunft auf eine konsequente Sanierung. Die Situation der vergangenen Jahre habe sich zweifellos auf die Anmeldezahlen ausgewirkt. „Wir sind geschrumpft, haben aktuell nur noch 860 Schüler“, so Beimel.

Das Gymnasium an der Datumer Chaussee ist auf 1000 Jungen und Mädchen ausgerichtet. Insofern kann der Rektor mit Plänen, die ehemalige Eggerstedt-Kaserne und das Rehmenfeld zu bebauen, gut leben: „Wir brauchen neue Wohngebiete mit jungen Familien“, sagt Beimel.

Sahin-Adu hat die vergangenen Monate mit umfangreichen Vorplanungen verbracht. Es habe sich herausgestellt, dass die Sanierung der seit Jahren freiliegenden Innenhoffassade die Demontage von bereits eingesetzten Fenstern nötig mache. Sahin-Adu kann auf drei neu beim KSP angestellte Handwerker zurückgreifen – einen Maler, einen Maurer und einen Klempner.

Für Bürgermeisterin Urte Steinberg hat Matthias Beimel Anerkennung parat: „Sie hinterlässt nach wie vor einen engagierten Eindruck“, so der Schulleiter. An Steinbergs Vorgängerin Kristin Alheit sei vieles abgeprallt. „Da hieß es immer nur, es sei kein Geld da.“

Im Sommer 2013 hatte das Pinneberger Tageblatt erstmals über den mutmaßlichen Baupfusch an der THS berichtet. Die Sanierung der Fassade war zuvor nicht ordnungsgemäß abgeschlossen worden, Schuldige sind bislang nicht benannt worden. Bürgermeisterin Urte Steinberg hat angekündigt, den Skandal mit Unterstützung von Gutachtern  aufzuklären. Der Kommunale Servicebetrieb ist nicht verantwortlich, da das Gebäudemanagement erst im  2013 an den KSP übergeben wurde. Chefin Silkata Sahin-Adu: „Wir haben den Zustand der Gebäude zum Zeitpunkt der Übergabe ganz klar dokumentiert.“
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