Mensch Nachbar : Sammler, Buchautor, Veränderer

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Martin Ebeling aus Wedel bereitet afrikanische Kunstwerke auf / Zwei satirische Bücher veröffentlicht / Kampf für Tunnel unter B431

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27. Dezember 2014, 14:00 Uhr

Wedel | Martin Ebeling beschreibt sich selbst als „Unruheständler“. Der 68-Jährige ließ sich 1985 mit seiner Familie in der Rolandstadt nieder. Die erwachsenen Kinder zogen mittlerweile in die Hansestadt – Ebeling blieb. Denn er hat reichlich zu tun: Kunst, Verkehrspolitik, Bücher schreiben. Ebelings Interessen sind vielseitig und ebenso vielschichtig.

Bei einer Ausstellung mit afrikanischer Kunst lernte er Jan Siegert kennen, der mit seinem Vater Horst seit Anfang der 90er Jahre Kunst aus Simbabwe sammelte – vor allem vom Volksstamm der Shona. „Ich unterstützte seit Jahren Sozialprojekte in Simbabwe und Mosambik und habe eine enge Beziehung zu Afrika“, sagt Ebeling. Beruflich reiste er vor allem in seiner Zeit als Vorstand der AMG Mining AG, bei der er bis zu seiner Pensionierung 2012 tätig war, regelmäßig auf den schwarzen Kontinent. Derzeit unterstütze er eine Schule für 600 Schüler. Über die Kunst will Ebeling auf die Not der Menschen in Mosambik und Simbabwe aufmerksam machen.

„Die Sammlung umfasst vor allem Steinskulpturen aus Simbabwe, die ich selbst seit Jahren sammle“, erläuterte Ebeling. Da Siegert seit einer Gehirnblutung körperlich beeinträchtigt ist, staubte die Sammlung in einem großen Keller ein. Das ändert Ebeling derzeit. Sonntags treffen sich bis zu sechs Helfer, reinigen die Skulpturen, katalogisieren sie und sammeln Informationen, um Ausstellungen zu organisieren – aber auch, um Einzelstücke zu verkaufen. „Wer helfen oder gucken will, ist immer willkommen“, sagt Ebeling. Wie viele Stücke die Sammlung umfasse, wisse er nicht. Dazu kommen noch Masken, Holzkunst, Bilder und Schmuck.

Die wertvollsten Stücke stammen von Dominic Benhura, der 1968 in Murewa geboren wurde. Der Bildhauer gilt als einer der bekanntesten seiner Heimat und stellte bereits in Europa und den USA aus. „Wir wollen die Kunstwerke der Öffentlichkeit zugänglich machen“, sagt Ebeling. Eine erste Veranstaltung gab es bereits im Botanischen Garten in Klein-Flottbek. Für 2015 seien weitere Ausstellungen geplant – in Haselau, Hamburg und Passau.

Bridge, Golfen, soziale Projekte und Reisen gehören zu den Hobbies des „Unruheständlers“. Und schreiben. „Ich bekomme wieder Ärger mit meiner Frau, wenn ich darüber rede“, scherzt Ebeling. „Bis hierhin erfolglos – was nun tun?“ heißt sein erstes Werk, das er unter dem Pseudonym „NiGni77“ veröffentlichte. „Wie der Untertitel bereits sagt, ist es ein gnadenlos satirischer Roman“, erläutert der Hobby-Autor, der im Eigenverlag publiziert. Sein zweites Werk stammte aus der Feder des Pseudo-Zwillingsbruders „NiGni 88“: „Ein Überlebenskünster auf Wolke 88.“ „Es geht in meinen Büchern um Erlebtes, Erdachtes, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, sagt Ebeling.

Um die Zukunft geht es auch bei einem seiner Lieblingsthemen: der Verkehrsplanung. „Die Nordumgehung ist für mich ein Muss“, so Ebeling. Er plädiert dafür, dass der Canyon in Rissen als Tunnel unter der B431 bis nach Wedel geführt wird und ist sicher: „Das wird auch passieren.“ Den Zeitraum lässt er bewusst offen.

Zeit haben Unruheständler ohnehin nie.

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