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Pinneberger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 18:22 Uhr

„Same procedure as every year“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

„Dinner for one“ läuft elfmal im Fernsehen

„Same procedure as every year“ heißt es auch dieses Jahr wieder zum Jahreswechsel. Der Kult-Sketch feiert in diesem Jahr seinen 52. Geburtstag. Im Jahr 1963 zeichnete der Norddeutsche Rundfunk (NDR) das englischsprachige Bühnenstück mit dem vollen Namen „Der 90. Geburtstag oder Dinner for One“ auf. Seit 1973 wird der 16-minütige Sketch mit Miss Sophie (May Warden) und Butler James (Freddie Frinton) in Deutschland jährlich zu Silvester am 31. Dezember gezeigt.

Miss Sophie feiert ihren 90. Geburtstag allein an einer langen Tafel, da alle Freunde verstorben sind. Butler James bedient sie und spielt gleichzeitig die Gäste Sir Toby, Admiral von Schneider, Mister Pommeroy und Mister Winterbottom und darf in jedem Gang ihre Getränke konsumieren. Sherry, Weißwein, Champagner und Portwein lassen den armen Butler schnell torkeln und ein Tigerfell sorgt für Slapstickeinlagen. Serviert werden übrigens Mulligatawny-Suppe, kross gebratener Schellfisch, gefüllte Hühnerbrust und Obstsalat mit Rotwein-Eiscreme.


2003 lief der Sketch insgesamt 19-mal


2003 wurde der Sketch in Deutschland insgesamt 19-mal ausgestrahlt. So häufig wie nie zuvor. Seit 1963 lief er bisher insgesamt 231-mal. Die Sendung hat Kultstatus und ist in vielen Haushalten fester Bestandteil des Tagesablaufs zu Silvester. So sahen im Rekordjahr 2004 insgesamt 15,6 Millionen Deutsche den Sketch. Auch im Schweizer Fernsehen wird er seit 1989 am letzten Tag eines Jahres ausgestrahlt. Auf dem Berner Lokalsender „TeleBärn“ läuft die Schweizer Version des Klassikers zu Silvester stündlich. 1997 verzeichnete „Dinner for One“ in der Schweiz einen Marktanteil von 47 Prozent.

In Norwegen haben Freddie Frinton und May Warden traditionell schon an den Weihnachtstagen ihren Auftritt. Und noch einen Unterschied gibt es: In Norwegen, Schweden und der Schweiz wird nicht die NDR Version aus Deutschland gezeigt. Dort sehen die Zuschauer eine Version des Schweizer Fernsehens. Sie wurde ebenfalls 1963 mit Freddie Frinton und May Warden gedreht, ist aber einige Minuten kürzer. Synchronisiert wird nirgendwo – zum Sketch gehört der original britische Tonfall. Deutsche Fans haben die Dialektvarianten Hessisch, Sächsich, Bayerisch und natürlich Platt entwickelt. Eine plattdeutsche Fassung der Fritz-Reuter-Bühne in Schwerin gibt es Silvester auch im NDR Fernsehen zu sehen. „Cena uni parata“ heißt das Bühnenstück für Fans der lateinischen Sprache.


Kolorierte Variante flopte 1999


Wegen des plötzlichen Tods von Frinston wurde die 1968 geplante Farbaufzeichnung nie umgesetzt. Die 1999 am Computer nachkolorierte und zum Jahreswechsel ausgestrahlte Variante wurde ein Flop. In einigen Ländern kam es zu öffentlichen Protesten. Seitdem läuft die bekannte und beliebte Schwarz-Weiß-Variante. Unter dem Titel „Erinnerungsmahl“ gehörte der Sketch auch zum Silvesterprogramm der DDR. Dort wurde ab 1978 im Staatsfernsehen allerdings eine frühe Variante mit den Schauspielern Ernest Regon und June Royal ausgestrahlt, die bereits 20 Jahre zuvor auf der Münchner Varieté-Bühne Annast gespielt worden war. Ab Silvester 1988, ein knappes Jahr vor dem Mauerfall, zeigte dann auch das DDR-Fernsehen die bekannte Version.

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