Wildpflanzen als Gaumenschmaus : Salat aus Girsch und Löwenzahn im Umwelthaus Pinneberg

Kräuterexperte Jens Clausen hat den Teilnehmern seiner Führung durch den Entdeckergarten gezeigt, welche Wildkräuter besonders reich an Nährstoffen sind.
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Kräuterexperte Jens Clausen hat den Teilnehmern seiner Führung durch den Entdeckergarten gezeigt, welche Wildkräuter besonders reich an Nährstoffen sind.

Experte Jens Clausen gibt Tipps, wie die Kräuter in der Küche eingesetzt werden können.

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09. April 2018, 12:00 Uhr

Pinneberg | Welche Kräuter schmecken köstlich im Salat? Wie bereite ich ein regionales Pesto zu? Diverse Pflanzenfreunde haben Samstag die Chance genutzt, um mit dem Wildkräuterexperten Jens Clausen den Entdeckergarten zu erkunden. Mit den gesammelten Kräutern bereiteten sie im Anschluss ein regionales Pesto sowie eine regionale Foccacia (Fladenbrot aus Hefe mit Kräutern) zu. „Jens Clausen weckt die Freude an der Natur und das Interesse am richtigen Umgang mit Wildkräutern“, lobte Sylvia Westphal. Gemeinsam mit Mutter Angela nahm sie bereits an mehreren Exkursionen und Koch-Veranstaltungen von Clausen teil. Wer ihn bei seinen Führungen begleite, traue sich im Anschluss zu, diverse Pflanzen auseinanderzuhalten, erklärte sie.

Wildpflanzen stellen nicht nur einen Gaumenschmaus, sondern auch eine wichtige Nährstoffquelle im Frühjahr dar. Sie enthalten Vitamine und Mineralsalze. Die Knoblauchrauke ist beispielsweise vitaminreich und hat eine stoffwechselanregende, verdauungsfördernde und leicht antibiotische Wirkung. Die Wildpflanzen sind ferner sehr calcium- und eisenhaltig und reich an Proteinen, die aufgrund ihrer Aminosäuren eine hohe biologische Wertigkeit haben.

Nährstoffquelle

Mit einem Pflanzen-Rundgang durchs Gelände der Trifolia-Gärtnerei an der Tangstedter Straße starteten die Teilnehmer. Das Motto lautete „Wildkräuter als Gaumenschmaus und wichtige Nährstoffquelle“. „Merken sie sich die fünf Kräuter Gundermann, Girsch, Knoblauchrauke, Löwenzahn und Brennessel“, empfahl Clausen. Die genannten Kräuter stellen eine Grundlage für ein delikates Salatdressing dar.

 

Ingrid und Jürgen Wendeler von Borstel kamen auf ihre Kosten: „Wir sind schon seit drei Jahren bei den Exkursionen dabei.“ Das Ehepaar findet die von Clausen gezeigten Kräuter im eigenen in Waldenau gelegenen Garten wieder. „Bärlauch, Brennessel und Gundermann streuen wir uns zuhause, häufig mit Salz und Pfeffer, auf Quark und Joghurt.“ Wendeler von Borstel wusste bereits, dass es sich bei der Brennessel um eine Pflanze voller Vitamine, Eiweiße und Kohlehydrate handelt. Die jungen Blätter von Haselnuss, Birke und Linde bezeichnete Clausen als Vitaminbomben.

Mehr giftige Kräuter als giftige Pilze

Der Kräuter-Experte ermahnte die Teilnehmer, wachsam zu sein. „Es gibt mehr giftige Pflanzen als giftige Pilze“, sagte Clausen. Er warnte ausdrücklich vor Pflanzen, die sogar tödliche Wirkung haben können. Zu den giftigen Gewächsen gehören Maiglöckchen, Buschwindröschen und Aronstab.

Mit der Zubereitung eines Kräuter-Pestos endete die gesellige Veranstaltung. „Herzlichen Dank für ihr Feuerwerk an Wissen“, bilanzierte Umwelthaus-Chef Rainer Reischuck. Es sei reizvoll, das Entdecken zu entdecken. Teilnehmerin Antje Küster lobte Clausens Lerneinheiten ebenfalls. Die nächste Führung mit dem Experten im Entdeckergarten startet am 1. Mai um 11 Uhr. Parallel dazu gibt es auch noch eine Pflanzen-Tauschbörse.

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