Saitenhiebe und die russische Seele

<strong>Gastgeber: </strong>Alexander Paperny. <br /><strong>Das Duett 'Kreniza'</strong> trat in traditioneller Robe auf. <foto>fko (2)</foto>
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Gastgeber: Alexander Paperny.
Das Duett "Kreniza" trat in traditioneller Robe auf. fko (2)

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02. März 2013, 01:14 Uhr

Pinneberg | Freunde, Schüler und Musiker-Kollegen, sie alle waren gekommen, um mit Balalaika-Spieler Alexander Paperny einen "Russischen Abend" im Cap Polonio zu feiern - und natürlich auch seinen Geburtstag. Dass es sich am vergangenen Donnerstag um ein eher familiäres Konzert handelte, machte auch die Menge der Menschen, die in der Pause zum Gratulieren gleich hinter die Bühne stürmte, klar. Trotzdem war der Saal bis auf den letzten zusätzlich bereit gestellten Stuhl besetzt.

Außer einigen wenigen klassischen Stücken, die von russischen Komponisten bearbeitet wurden, wie etwa Camille Saint-Saëns "Tanz des Todes" oder Georges Bizets "Carmen", spielte Paperny im Duett mit Bajan-Spieler Waldemar Gudi und Gitarrist Satoshi Oba hauptsächlich russische Volksweisen. Paperny übersetzte die Titel und gab kurze Inhaltsangaben zu den einzelnen Stücken, die mit so manchem merkwürdigen Namen aufwarteten, wie etwa das sehr schnelle "Mein Mann zwingt mich in der Sauna, einen Kuchen zu backen".

Paperny zeigte sich virtuos auf seiner kleinen Balalaika, die nur drei Saiten hat. Außer flinkem Zupfen demonstrierte er auch die typische Spielweise des Instruments, das Tremolo. Im Zusammenspiel warfen sich die unterschiedlichen Spieler geschickt die zumeist flotte Melodieführung zu. Im zweiten Programmteil trat Paperny mit zwei Gruppen auf: dem Duett "Kreniza" und dem Ensemble "Troika". Die Sängerin Tetyana Zimmer und der Knopfakkordeonist Jurij Kandelja brachten das Publikum mit russischen Volksgesängen zum Mitklatschen, spielten jedoch auch ukrainische Balladen und präsentierten die ukrainische Bandura, die stolze 45 Saiten hat. Auch das Ensemble Troika nutzte seine Stücke, um die traditionellen Instrumente vorzustellen: Tatjana Eichof präsentierte die Gusli, eine in einen Tisch eingelassene Zither, Jakob Eichof die lautenartige Domra, Michael Lutz das Akkordeon und Waldemar Michel im direkten Vergleich die Familie der Ziehharmonika - gleich fünf Stück hatte er im Gepäck. Nach der Präsentation blieb nur noch eins zu tun: Ein Ständchen für das Geburtstagskind, natürlich in Form eines dreistimmigen russischen Volkslieds.

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