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Pinneberger Tageblatt

12. Dezember 2017 | 04:21 Uhr

Halstenbek : Rundgang durch Sankt Petersburg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Inspiration Puschkin: Hochkarätige Musikerinnen und Philosophin sorgten für poetische Stunden in der Baumschulgemeinde.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2013 | 16:10 Uhr

Der russiosche Dichter und Schriftsteller Alexander Puschkin (1799-1837) inspirierte europaweit Musiker und Komponisten. Mit unglaublicher Klangstärke und imensem Volumen präsentierte Sängerin Julia Sukmanova den Gästen des „Musikalischen Salons“ in den Räumen der Arche Noah Lieder von Pauline Vianot, Michail Glinka, Nikolai Rimsky-Korsakov und Peter Iljitsch Tschaikowsky.

Begleitet wurde sie von ihrer Schwester, der exzellenten Pianistin Elena Sukmanova. Die international bekannten Musikerinnen absolvierten ihr Studium am elitären Rimski-Korsakov-Konservatorium in Sankt Petersburg. „Julia Sukmanova dramatischer Sopran ist eine Gottesgabe“, betonte Valeri Krivoborodov, der frühere erste Solocellist der Hamburger Symphoniker. Das Vorstandsmitglied des Kulturkreises verwies darauf, dass es nur „wenige Sängerinnen gibt, die ein solches dramatisches Repertoire beherrschen“.

Gemeinsam mit der Hamburger Philosophin Birgit Kiupel entführte das Trio die 100 Zuhörer unter dem Motto „Die Seele lebt im Liede“ auf eine Mainacht mit Puschkin in Sankt Petersburg. Die rhetorisch versierte Philosophin gewährte dabei tiefe Einblicke in das Leben Puschkins, das mit einem Duell tragisch endende. Immer wieder erläuterten auch die Musikerinnen einzelne Interpretationen von Puschkins Werk. „Das Stakkato am Klavier erinnert an blitzende Sterne in der Nacht“, kommentierte Elena Sukmanova ein Stück Rimsky-Korsakovs. Besonders beeinflusst von Puschkins Werk wurde die Komponistin und Sängerin Pauline Viardot (1821-1910). Den Dichter selbst sollte sie jedoch nicht mehr kennenlernen. Als sie 1843 in „Puschkins St. Petersburg“ kam, war der Dichter schon sechs Jahre tot.

Doch nicht nur aus seinen Dichtungen wurden Lieder. Etliche von Puschkins Erzählungen kamen auf die Opernbühne wie das von Julia Sukmanova mit unglaublicher Ausdruckskraft interpretierte Stück „Pique Dame“ (Erzählung Puschkins) von Tschaikowsky.

Dem anregenden Abend im Musikalischen Salon war im Mai 2012 eine einwöchige Reise von Musikerinnen und Philosophin vorausgegangen. Zu dritt begaben sie sich in Sankt Petersburg auf die Spuren des Literaten. Die Zuhörer konnten die Reise anhand eines – passend zu den einzelnen Stücken – gezeigten Bildvortrags nachvollziehen. Gezeigt wurden Denkmäler und Bilder Puschkins sowie ein Portrait seiner ebenso schönen wie untreuen Frau Natalja, für die er sich mit seinem Schwager duellierte. Überraschend: Viele der damaligen Schriftsteller und Musiker waren untereinander vernetzt, kannten sich persönlich und schrieben sich Briefe. „Erstaunlich, wo wir dachten, so etwas sei nur im Zeitalter von Facebook möglich“, kommentierte Kiupel. Nach dem Konzert gab es viel Applaus und eine Zugabe. Das beglückte Publikum entließ die Musikerinnen erst nach dem von Pauline Viardot komponierten Lied „Alter Mann, schrecklicher Mann“.

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