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„Wir empfangen viel Dankbarkeit“. : Runder Tisch zum Thema Asyl in Rellingen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Einsatz kennt keine Grenzen. Ehrenamtliche helfen Flüchtlingen unter anderem bei Behördengängen. „Wir empfangen viel Dankbarkeit“.

shz.de von
erstellt am 17.Mär.2015 | 12:17 Uhr

Rellingen | Erniedrigt, hungrig, perspektivlos: Viele Flüchtlinge kommen unter unvorstellbaren Bedingungen nach Deutschland. 51 ehrenamtliche Helfer aus Rellingen haben sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Menschen, die aus anderen Ländern geflohen sind, in ihrer vorerst neuen Heimat zu begleiten.

Der Einsatz der Frauen und Männer kennt dabei kaum Grenzen. Sie begrüßen die Menschen im sogenannten Willkommenscafé, reparieren Fahrräder sowie Computer und betreuen die Flüchtlinge bei Arztgängen. „Wir empfangen sehr viel Dankbarkeit. Da spürt man, wie gut es uns eigentlich geht“, freut sich Gerald Hucke vom Runden Tisch Asyl Rellingen. Koordiniert wird das Projekt von Kerstin Riedel vom Diakonieverein Migration, deren Engagement hoch geschätzt wird – zum Beispiel von Bürgervorsteher Peter Geerken. „Wir ziehen den Hut vor ihrer Leistung“, sagt er.

Die so Gewürdigte reicht das Lob gleich weiter – und zwar an ihr Team, zu dem Ilona Schadendorf und Klaus Murr gehören. Beide begleiten die Flüchtlinge zum Arzt oder helfen, Krankenscheine beim Sozialamt zu beantragen. In vielen Fällen helfe eine Übersetzungssoftware.

Eine andere Helferin, Maren Kannenbäumer, schaut indes einmal pro Woche in den einzelnen Unterkünften vorbei, wo sie oft rührende Momente erlebe. So habe sie einmal den syrischen Bewohnern einer Männer-WG beim Reinigen der Küche helfen wollen. Doch als sie kam, hätten sämtliche Oberflächen bereits gefunkelt. „Die Männer waren so unglaublich nett, haben mir ein Kissen in den Rücken geschoben und mir Tee angeboten“, erinnert sich Kannenbäumer.

Ein Problem haben die Ehrenamtler allerdings ausgemacht: die Isolation, von der die meisten Flüchtlinge in ihren Unterkünften betroffen sind. Um dem entgegenzuwirken und ihnen ein Stück weit Freiheit zu ermöglichen, wurden und werden deshalb Fahrräder flottgemacht, worum sich Peter Geerken und Rüdiger Lux kümmern. Aktuell suchen die Beiden „händeringend“, wie sie sagen, nach größeren Räumen – bislang arbeite man einmal pro Woche und zwei Stunden lang in einer Schulwerkstatt. „Es sollten“, so Lux, „im Werkraum nach Möglichkeit zehn Fahrräder abgestellt werden können, ohne dass dies die Reparatur beeinträchtigt.“

Für den Sprachunterricht ist schließlich Hazel Kuck zuständig. „Die Menschen tun mir leid und ich wollte etwas für sie tun“, begründet sie ihr Engagement. Als Engländerin wisse sie ganz genau wie es sei, „in die Fremde zu gehen“. Gemeinsam mit den Flüchtlingen besuche sie unter anderem die Bücherhalle oder leihe Medien wie beispielsweise DVDs aus. „Alle sind sehr motiviert, die Sprache zu lernen“, freut sich Kuck.

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