Rückblick : Ruhiges Jahr für den Pinneberger Tierschutz

Die Tierschutzbeauftragten Peter Dorendorf und Brigitte Meier engagieren sich für in Not geratene Tiere, egal welcher Art.
Die Tierschutzbeauftragten Peter Dorendorf und Brigitte Meier engagieren sich für in Not geratene Tiere, egal welcher Art.

Der Tierschutzverein Pinneberg verzeichnete im vergangenen Jahr 40 Einsätze weniger als noch 2016.

shz.de von
09. Januar 2018, 12:30 Uhr

Pinneberg | Ob Hund, Katze, Igel oder Rind: Der Tierschutzverein Pinneberg kümmert sich um jedes in Not geratene Tier. „Das ist unsere Aufgabe. Rund 230 Einsatzfahrten haben wir im Jahr 2017 hinter uns gebracht und Tier und manchmal auch Mensch damit geholfen“, schildert Peter Dorendorf, Pressesprecher des Vereins.

2017 war ein relativ ruhiges Jahr. Die Zahl der Einsätze ist im Vergleich zu 2016 runter gegangen. Damals waren es rund 270 Fahrten der Tierschützer, also 40 Einsätze mehr als 2017. Oftmals kam es vor, dass Leute anriefen und von großer Not der Tiere berichteten. In der Realität stellte sich dann aber heraus, dass alles in Ordnung war. Brigitte Meier, seit 1980 Mitglied des Vereins und seit 2015 erste Vorsitzende, sagt: „Einmal wurde uns gemeldet, dass ein Pferd auf einer Weide stehen, schlecht aussehen und lahm gehen würde. Wir sind hingefahren, haben mit dem Stallbesitzer gesprochen. Das Tier hatte Arthrose und wurde bereits behandelt. Nach der Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt sind wir wieder gegangen. Aber wir fahren lieber einmal zu viel raus als einmal zu wenig.“ Dorendorf erläutert: „Wir alleine können nicht sehen, ob irgendwo ein Tier unter schlechten Konditionen leben muss oder ein Wildtier verletzt in der Natur liegt.“ Daher seien sie abhängig von der Beobachtungsgabe von aufmerksamen Nachbarn und Mitmenschen.

„Wir fahren in unserem Tierschutz-Mobil zu den Einsatzorten und kümmern uns um die Fälle“, sagt Meier. Sie betreuen den gesamten Kreis Pinneberg, wo es immer wieder zu besonderen Vorkommnissen kommt. Dorendorf erinnert sich: „Uns wurde gemeldet, dass eine Boa Constrictor, eine bis zu drei Meter lange Würgeschlange, sich durch Gärten schlängelte. Als wir ankamen, hatte der Anrufer sie schon mutig in einen Karton verfrachtet und verschnürt.“ Ebenfalls eine Situation mit Schlangen schildert Meier: „Uns rief die Betreuerin einer Person an, die ihre zwei Königspythons eher wie Kinder behandelte als Riesenschlangen. Die Reptilien konnten durch die gesamte Wohnung, waren teilweise schon in Schächten. Diese Schlangen kamen, genau wie die Boa Constrictor, in die Wildtierstation Sparrieshoop.“

Führerschein für Tierhalter

Viele Fälle waren im vergangenen Jahr dabei, bei denen Dorendorf und Meier sich einen Führerschein für Tierhalter gewünscht hätten. „Viele Menschen wissen es einfach nicht besser, leider. Es wird sich ein Hundewelpe angeschafft, weil der so süß ist. Aber dass der Welpe irgendwann zu einem stattlichen Vierbeiner heranwächst, der Futter, Auslauf, Beschäftigung und medizinische Versorgung benötigt, das wird vorher oft vergessen. Da fragt man sich manchmal schon, wo der Menschenverstand geblieben ist“, schildert der Pressesprecher und schüttelt dabei den Kopf. Meier ergänzt: „Natürlich gibt es aber ebenso Fälle, in denen die Tierhalter nicht anders handeln können. Sei es auf Grund der finanziellen oder der gesundheitlichen Situation. Doch auch dort müssen wir eingreifen, so schwer es manchmal auch fällt.“

Langweilig wird den aktiven Mitgliedern nie. Wenn nicht gerade Tiere gerettet werden, veranstalten sie Infoabende zu Themen wie zum Beispiel „Erste Hilfe beim Tier“ oder „Der richtige Umgang mit Wildtieren“. Zudem findet jeden zweiten und letzten Sonnabend im Monat die Tiertafel auf dem Gelände des Vereins, Am Hafen 52, statt. Dort können Bedürftige von 10 bis 12 Uhr Futter und Zubehör für ihre Tiere bekommen.

1957 gegründet

Gegründet wurde der Verein 1957. Im Jahr 2007 erreichte die Tierrettung einen Tiefpunkt. Der damalige erste Vorsitzende konnte aufgrund der schlechten finanziellen Lage nichts anderes tun, als die Auflösung anzukündigen. Doch Dorendorf, der bereits seit 1981 Mitglied ist, wehrte sich. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern sammelte er 120 Unterschriften und erwirkte somit eine außerordentliche Mitgliederversammlung. Ein neuer Vorstand formierte sich und der Verein konnte durch eine Reformation der Finanzlage gerettet werden. Seit diesem Wendepunkt engagiert sich Dorendorf aktiv im Tierschutz. Gemeinsam mit Brigitte Meier bildet er das Team „Tierschutzbeauftragte“.

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