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Gesundheitsreport für den Kreis Pinneberg : Rücken, Bandscheibe, Depressionen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Krankenstand im Kreis Pinneberg liegt laut der DAK unter Landesniveau. Psychische Störungen sind zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit.

Ist es die gute medizinische Infrastruktur im Hamburger Speckgürtel? Die gesündere Ernährung? Oder die Angst um den Arbeitsplatz? Im Jahr 2012 haben sich laut DAK-Gesundheitsreport weniger Versicherte krank schreiben lassen als im Vorjahr. Die Differenz jedoch ist gering. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen, so die Studie, seien nur um 0,1 Prozentpunkte gesunken.

Das Papier stützt sich nach Angaben des Pinneberger DAK-Chefs Thomas Ehlert, der gestern gemeinsam mit Angelika Roschning vom Fachdienst Gesundheit des Kreises Pinneberg, die Studie vorstellte, unter anderem auf eine Online-Befragung von bundesweit 3090 Erwerbstätigen im Alter von 18 bis 65 Jahren, einer Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten der DAK-Gesundheit und Gruppendiskussionen mit Ärzten.

Der Krankenstand in der Region lag demnach mit 3,6 Prozent unter dem Landesdurchschnitt (3,8 Prozent). Von 1000 bei der DAK versicherten Arbeitnehmern im Kreis Pinneberg waren damit täglich 36 krank geschrieben. Niedriger als im Kreis Pinneberg war der Krankenstand lediglich im Kreis Stormarn (3,5 Prozent). Den höchsten Wert im Land verzeichnet der Kreis Segeberg mit 4,1 Prozent.

„Der leicht sinkende Krankenstand in der Region ist ein positives Signal“, so Ehlert, über die Ergebnisse. „Damit sich die Entwicklung positiv fortsetzt, sind Arbeitnehmer und Betriebe gefragt. Zu einem gesunden Leben gehört auch der wichtige Bereich der Arbeit. Durch ein gezieltes Gesundheitsmanagement können Unternehmen selbst dazu beitragen, dass der Krankenstand bei ihren Beschäftigten sinkt. Ansätze bieten zum Beispiel die Themen Ernährung, Entspannung und Bewegung.“

Die häufigste Ursache für Krankmeldungen im Jahr 2012 waren laut Studie Muskel-Skelett-Erkrankungen (21,2 Prozent) wie Rückenschmerzen und Bandscheibenschäden. Platz zwei nahmen die Psychischen Erkrankungen ein. 13,8 Prozent der Krankmeldungen hatten einen entsprechenden Hintergrund. Im Vergleich zu 2011 ist der Wert um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. „Die Zunahme ist zwar unwesentlich aber trotzdem haben sie sich an anderen Erkrankungen vorbeigeschoben. Depressionen, Angstzuständen, Neurosen und Burnout-Syndrom waren im Vorjahr noch vierthäufigste Ursache“, so Roschning. Die Zunahme sei begründet, da Ärzte mittlerweile anders mit seelischen Problemen umgingen. Vor zehn Jahren spielte auch das Burnout bei Krankschreibungen kaum eine Rolle. Die aktuelle Diskussion um einen steilen Anstieg der Erkrankung müsse laut Ehlert dennoch relativiert werden. Achtmal häufiger treten bei Fehltagen als Ursache Depressionen auf. Ein „Ausbrennen“ hätten die Ärzte in Schleswig-Holstein nur bei etwa jedem 480. Mann und jeder 280. Frau auf der Krankschreibung vermerkt. „Burnout ist offensichtlich kein Massenphänomen“, so Ehlert.

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