Westumgehung Pinneberg : Rowa macht den Weg frei

Blick in die  Produktionshalle an der Siemensstraße: Der Chemie-Riese Rowa hatte sich gegen den Bau der Westumgehung gewehrt. Jetzt konnte sich die Stadt mit dem Unternehmen einigen.
Blick in die Produktionshalle an der Siemensstraße: Der Chemie-Riese Rowa hatte sich gegen den Bau der Westumgehung gewehrt. Jetzt konnte sich die Stadt mit dem Unternehmen einigen.

Das Chemieunternehmen verkauft Grundstück an die Stadt. Ein Hindernis bleibt jedoch.

shz.de von
13. Juni 2014, 10:00 Uhr

Pinneberg | Das Chemieunternehmen Rowa macht den Weg frei für Pinnebergs Westumgehung. Das teilte das Unternehmen gestern mit. Zuletzt hatte die Stadt angekündigt, noch einmal mit dem Chemie-Riesen verhandeln zu wollen. Dies glückte offenbar: Das Unternehmen an der Siemensstraße hat bereits ein 1200 Quadratmeter großes, für den Baubeginn noch benötigtes Grundstück an die Verwaltung verkauft. Für die Stadt ist das ein Durchbruch.

Im Jahr 2013 hatte das Verwaltungsgericht Schleswig sämtliche Klagen gegen das Bauprojekt zurückgewiesen. Das an der geplanten Trasse beheimatete Chemieunternehmen hatte zuvor ein Berufungsverfahren angestrebt. Die geplante Westumgehung soll direkt an dem Betrieb vorbeiführen – allerdings nicht ebenerdig, sondern in mehreren Metern Höhe. Lkw und Sattelschlepper könnten das Unternehmen dann nur noch über Umwege anfahren.

Möglich wurde die Einigung nach Angaben des Unternehmens durch die „zuletzt sehr enge und kooperative Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Stellen der Stadtverwaltung Pinneberg“. Insbesondere durch die Mitwirkung von Bürgermeisterin Urte Steinberg sowie Klaus Krämer, Leiter Fachdienst Bauverwaltung und Liegenschaften, und Roland Schultz, Leiter Fachdienst Verkehr, habe man für einen wesentlichen Teil der relevanten Fragen der Rowa für alle Beteiligten machbare Lösungen gefunden. „So können wir eine Aufrechterhaltung unseres Betriebs mit 300 Mitarbeitern gewährleisten und die Arbeitsplätze auch hinsichtlich eines Fachkräftemangels weiterhin attraktiv halten“, erläutert Rowa-Geschäftsführer Kai Müller. „Eine ähnliche Kooperationsbereitschaft wünschen wir uns ebenfalls für das Thema Lärmschutz, und das nicht nur während der Bauphase.“

Für die zuletzt noch offenen Fragen wie die Erreichbarkeit des Unternehmens für den Schwerlastverkehr und die prekäre Parkplatzsituation während der Bauphase seien nun Lösungen gefunden worden. „Ganz entscheidend für uns als produzierendes Unternehmen ist auch die lückenlose Versorgung mit Strom, Wasser, Gas und Abwasser“, erklärt Rowa-Projektleiter Marco Lange. „Als verantwortungsbewusstes Unternehmen möchten wir die Bauphase und die Zeit danach in einem sozial verträglichen Rahmen und wirtschaftlich so sinnvoll wie möglich gestalten.“

Seitens des Chemie-Riesen steht einem Spatenstich noch in diesem Jahr nichts mehr im Wege. „Als Teil des ersten Bauabschnitts sind wir auf einen baldigen Start des ambitionierten Bauprojekts vorbereitet und unterstützen das Vorhaben auf Basis der nun gemeinsam definierten Lösungen“, bestätigt Müller. Bürgermeisterin Steinberg: „Ich freue mich sehr, dass wir diese Einigung mit der Rowa erzielen konnten. Ganz besonders bedanke ich mich für die konstruktiven Verhandlungen.“

Bevor die Bagger rollen, muss allerdings noch eine weitere Kuh vom Eis. Die Einigung mit dem Maschinenbauunternehmen Rex steht noch aus. Dessen Geschäftsführer Hans Joachim Schwarzbeck hatte sich zuletzt geweigert, für die Umgehung benötigte Grundstücke zu verkaufen. Laut Bürgermeisterin Urte Steinberg laufen die Gespräche.

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