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Pinneberger Tageblatt

20. August 2017 | 10:18 Uhr

Rote Karte für die Stadt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wut-Demo: Hunderte Pinneberger Schüler fordern sofortige Umsetzung des Sanierungsplans

Transparente und Banner. Leuchtend rote Kleidung. Und viel Wut im Bauch. Hunderte Pinneberger Schüler demonstrierten gestern bei einer Kundgebung vor der Drostei Geschlossenheit. Mit Nachdruck forderten sie ein klares Bekenntnis der Politik zum Sanierungsplan des Kommunalen Servicebetriebs (KSP). Mehr als 34 Millionen Euro muss die Kreisstadt demnach in den nächsten drei Jahren in die Sanierung der maroden Bildungsstätten stecken. Geld, das die hochverschuldete Kommune nicht hat. Auch deswegen stimmten die Fraktionen bisher nur den allernötigsten Maßnahmen zu.

Die Elternvertreter der Schulen hatten die Kundgebung organisiert. Eine davon ist Ulrike Graefen. „Die Bausituation ist eine Katastrophe“, rief sie den versammelten Eltern und Schülern von den Stufen der Drostei zu: „Die Bedingungen sind unwürdig.“ Die Arbeit des KSP lobten die Sprecher einhellig. Elternsprecher Jörg Reinicke vom Schulzentrum Nord erinnerte an die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen: „Das Wohlergehen der Kinder ist demnach von der Politik immer vordringlich zu berücksichtigen.“ Anschließend blickte die Schülersprecherin der Theodor-Heuss-Schule, Nora Neufang, mit Bitterkeit auf ihre Schulzeit zurück. „Ich bin ein Baustellenkind – neun Jahre lang haben mich Maschinenlärm und Zementstaub begleitet.“ All die Unbequemlichkeiten würden die Schüler in Kauf nehmen, wenn nur ein Fortschritt erkennbar wäre.

Bürgermeisterin Urte Steinberg stellte sich den Fragen der Elternvertreter. „Die Sicherung der Bildung hat oberste Priorität“, versicherte sie. Den Zustand der Schulen bezeichnete die Rathauschefin als „erschreckend“. Gleichzeitig stellte Steinberg jedoch klar, dass nicht jeder Cent in die Sanierung der Gebäude fließen könne: „Wenn wir heute alles Geld in unsere Schulen stecken, haben wir morgen kaputte Straßen.“ Pinneberg habe in den vergangenen zehn Jahren bereits 20 Millionen Euro in seine Lehranstalten investiert. Langfristig müsse die Stadt vor allem ihre schwache Einnahmenseite verbessern und das strukturelle Defizit beseitigen. In der nächsten Ratsversammlung werde sie einen Maßnahmenkatalog vorstellen. Die Landtagsabgeordnete Ines Strehlau (Bündnis 90/Die Grünen) kündigte in einer Pressemitteilung zur Demonstration zusätzliche Einnahmen für Pinneberg aus dem neuen Finanzausgleichsgesetz an. Sie versicherte den Schulen ihre Unterstützung.

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erstellt am 07.Feb.2014 | 16:00 Uhr

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