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Pinneberg : Rote Karte für das Millionen-Projekt?

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ilo-Gelände: Die hochtrabenden Investoren-Pläne könnten heute im Ausschuss für Stadtentwicklung begraben werden.

shz.de von
erstellt am 25.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Ein neuer Stadtteil mit bis zu 700 Wohneinheiten. Ein Mischgebiet für kleinteiliges Gewerbe. Das sind Bestandteile eines Konzepts, mit dem Investoren die Pinneberger Politik von einer Bebauung des Ilo-Geländes an der Bahn überzeugen wollen. Bereits heute könnten Weichen gestellt werden. Wahrscheinlicher ist, dass die Politik die Tür zuschlägt.

Bereits am 13. Februar hatte unsere Zeitung exklusiv über die Millionen-Pläne berichtet. Zwei Tage zuvor hatten Projektentwickler des Unternehmens Bouwfonds ihr Konzept in geheimer Sitzung vorgestellt – und erheblichen Handlungsdruck aufgebaut. So soll die Rede von einem Baubeginn im Jahr 2016 gewesen sein. Eine politische Entscheidung für das „Neues Wohnen an der Mühlenau“ betitelte Bauvorhaben müsse bis Ende März vorliegen.

Das etwa fünf Hektar große Ilo-Gelände liegt in unmittelbarer Nähe des Pinneberger Bahnhofs. Seit mehr als zehn Jahren wird über eine Entwicklung des Areals diskutiert. Die derzeit teilweise vermieteten Flächen sollen sich in Privatbesitz einer Erbengemeinschaft befinden. Die Stadt hat jedoch Planungshoheit. Nach Informationen unserer Zeitung hat Bouwfonds sich ein zeitlich befristetes Vorkaufsrecht gesichert. Das erstreckt sich nicht nur über das Gelände der ehemaligen Ilo-Motorenwerke, auch der ehemalige Güterbahnhof könnte bebaut werden. Es gibt einen Grundsatzbeschluss, in dem sich die Politik dafür ausgesprochen hat, die Anzahl der Wohneinheiten für Neubauprojekte auf etwa 250 zu begrenzen. Aus Reihen der Volksvertreter sind zurückhaltende Töne zu vernehmen. Vor allem die hohe Zahl der von Bouwfonds geplanten Wohneinheiten stößt auf Kritik (wir berichteten). Zudem kommt der von Bouwfonds vorgeschlagene Ablaufplan nicht überall gut an.

Investoren drängen auf Abschluss

Die Investoren drängen auf Abschluss eines städtebaulichen Vertrags im zweiten Quartal 2014. Erst später wollen sie in Workshops die Eckpunkte erarbeiten. Das B-Plan-Verfahren soll sich erst daran anschließen. Das Unternehmen Bouwfonds agiert im gesamten Bundesgebiet. In der Hansestadt Hamburg zeichnen die Projektentwickler für Großprojekte in den Stadtteilen Winterhude, Bergedorf und Alsterdorf verantwortlich. Im Rücken haben sie die Rabo Real Estate Group.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung berät heute  über das Projekt „Neues Wohnen an der Mühlenau“. Die öffentliche Sitzung des Gremiums beginnt um 18.30 Uhr im Sitzungsraum C des Rathauses, Bismarckstraße 8. Das Konzept der Investoren ist auf der städtischen Internetseite (www.pinneberg.de) einzusehen.

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