zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 02:08 Uhr

Rätselhafter Knall : Rohrbomben in Pinneberg?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ein ominöses Geräusch schreckt die Menschen in Pinneberg nachts aus dem Schlaf. Seit langem wird gerätselt, um was es sich handeln könnte. Nun wurden Reste selbstgebauter Sprengkörper gefunden, das LKA ermittelt.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2013 | 16:45 Uhr

Pinneberg hat einen Knall. Seit Mitte September berichtet dem Pinneberger Tageblatt über das ominöse Geräusch, das Menschen nachts aus dem Schlaf schreckt. Was manch einer für ein Hirngespinst gehalten hat, beschäftigt jetzt das Landeskriminalamt (LKA). Der Hintergrund ist ernster, als zunächst vermutet: Im Stadtgebiet wurden Reste selbstgebauter Sprengkörper gefunden.

Nach Informationen des Pinneberger Tageblatts handelt es sich dabei nicht um übliche Silvesterböller. Vielmehr sollen Rückstände von Rohrbomben gefunden worden sein. „An drei Fundorten konnten scharfkantige Metallsplitter sichergestellt werden“, so das LKA in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung. Der Fund lasse darauf schließen, dass im Stadtgebiet illegale – und lebensgefährliche – Pyrotechnik zum Einsatz komme. Die kriminaltechnische Untersuchung dauere derzeit noch an.

Den stellvertretenden Pinneberger Bürgermeister Herbert Hoffmann (SPD) versetzen die Erkenntnisse des LKA in Alarmstimmung. „Wir pflegen einen engen Draht zur Polizei“, sagt er. „Wir können froh und dankbar sein, dass bislang kein Mensch zu Schaden gekommen ist.“

Besonders aus dem Stadtteil Quellental, aus dem Umfeld der Mühlenau und zuletzt des Fahlts hatten besorgte Bürger von dem ohrenbetäubenden Geräusch, das zumeist am Wochenende in den Nacht- und frühen Morgenstunden auftritt, berichtet. Sowohl im Rathaus als auch bei der Pinneberger Polizei waren in den vergangenen Wochen etliche Anrufe besorgter Menschen eingegangen. In Internet-Foren wird wild über die Detonationen spekuliert.

Die Sprengstoffermittler des LKA sind den Verursachern gemeinsam mit der Polizei in Pinneberg auf den Fersen. Dabei sind sie auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Seit gestern wird mit öffentlichen Aushängen nach möglichen Zeugen gesucht. Das LKA hofft auf Pinneberger, die jemanden beobachtet haben, der sich kurz vor oder nach einem Knall im Umfeld der Explosion aufgehalten hat. Auch wer Menschen kenne, die mit Sprengkörpern experimentierten, möge sich melden. Zeugen sollten sich sich unter der Telefonnummer (04 31) 16 06 11 11 mit dem LKA in Verbindung setzen. Auch die Polizei in Pinneberg nimmt unter der Telefonnummer (0 41 01) 2020 oder über den Polizeiruf 110 Hinweise entgegen.

Das LKA warnt ausdrücklich vor den Tücken in Heimarbeit hergestellter Sprengkörper. Die Gefahr, die für den Täter selbst oder für unbeteiligte Dritte entstehe, dürfe keinesfalls unterschätzt werden. Die Sprengwirkung derartiger Böller sei mit der einer Handgranate vergleichbar. Herumfliegende Metallsplitter könnten schwerste lebensgefährliche und auch tödliche Verletzungen hervorrufen. Verursacher würden strafrechtlich verfolgt – und müssten mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr rechnen.

Der rätselhafte Knall

Der rätselhafte Knall sorgt mittlerweile  überregional für Schlagzeilen, sogar das Landeskriminalamt schaltet sich ein. Leser unserer Zeitung wissen schon seit  19.September von dem ominösen Geräusch, das regelmäßig nachts im Bereich der Bahngleise  auftritt.  Ordnungsamt und Polizei bestätigen Anrufe besorgter Bürger. Es werde fieberhaft nach der Quelle des Geräuschs gesucht.  Es gibt Vermutungen, dass Gleisbauarbeiten  die Ursache des an eine Explosion erinnernden Lärms  sind. Die Bahn AG dementiert diese Version.  Am 21.September bestätigt die Pinneberger Polizei, dass im Bereich der Saarlandstraße Böllerreste gefunden worden sind. Es sei jedoch unklar, ob die Knallkörper tatsächlich Ursache des heftigen Lärms sein können. Die Polizei fährt verstärkt Streife. Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg spricht von einem Rätsel, das auf eine Lösung warte.

Am 9. Oktober bestätigen die Ordnungshüter, erneut Spuren von Böllern gefunden zu haben – diesmal im Pinneberger Stadtwald, dem Fahlt. Das   NDR-Fernsehen berichtet über die rätselhaften Lärm-Attacken im Bereich der Rethwiese. Im Rathaus atmet man  zwischenzeitlich auf, da es seit Tagen keine Anrufe besorgter Bürger mehr gegeben hat. Am 11. Oktober meldet sich eine Leserin aus Appen in unserer Redaktion. Sie will  den ominösen Knall auch in der Nachbarkommune Pinnebergs  gehört haben. Am 15. Oktober bestätigt das  Landeskriminalamt in Kiel seine Ermittlungen  – und startet  die Suche nach Zeugen.

 
zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen