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Überraschung in Bönningstedt : Riesige Resonanz auf Spendenaufruf der Handarbeiterinnen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nach ihrem Spendenaufruf freuen sich die Bönningstedter Handarbeiterinnen über das große Feedback. Eine Näherin wird noch gesucht.

von
erstellt am 06.Aug.2015 | 16:00 Uhr

Bönningstedt | Es war ein Spendenaufruf mit ungeahnten Folgen: Den Damen des Bönningstedter Basarkreises der evangelischen Simon-Petrus-Gemeinde war das Arbeitsmaterial ausgegangen. Sie brauchten neue Wolle. Über den Gemeindebrief und in dieser Zeitung baten sie, Reste jeglicher Art für die Gruppe zur Verfügung zu stellen.

„Säckeweise brachten Menschen aus dem ganzen Kreis ihre Wolle daraufhin zu uns – wir konnten uns kaum retten“, berichtet Kordula Mahrt, die den Handarbeitskreis organisiert. Unter den Spenden sei sehr hochwertige Ware gewesen, unter anderem auch teure Mohair-Wolle. „Daraus entstehen Knie-Decken, die sehr schön warm und kuschelig sind“, kündigt Mahrt an.

Die zahlreichen Knäuel seien zunächst sortiert worden. „Der ganze große Tisch war voll. Mit so einem Angebot hätten wir wirklich nicht gerechnet“, beteuert Mahrt. Anschließend wurde das Material verteilt.

„Hier entstehen Socken, Mützen, Schals, Pullover, Pullunder und Westen, aber auch Puppen in verschiedenen Ausführungen“, erklärt Mahrt. Verkauft werden die Handarbeiten während der Adventszeit an einem eigens dafür eingerichteten Stand im Flur des Gemeindehauses. „Start ist immer am Totensonntag“, sagt Mahrt.

Der Erlös aller Verkäufe kommt Projekten
der Kirche zugute

Für diesen Anlass legen sich die Damen noch einmal richtig ins Zeug und fertigen Gestecke zum Verkauf an. „Dazu treffen wir uns dann an einem Abend und arbeiten in fröhlicher, kreativer Runde“, erläutert Mahrt. „Der Erlös aller Verkäufe kommt Projekten der Kirche zugute. Wir haben beispielsweise zur Altarausstattung und zur Beschaffung der Orgel beigetragen“, berichtet Mahrt.

Seit fast 30 Jahren ist sie selbst in der Gruppe, Mitte der 90er-Jahre übernahm sie dann die Leitung. „Zwischendurch dachte ich schon, aufgeben zu müssen, weil wir immer weniger wurden“, sagt Mahrt.

Doch dann wurde nebenan die Wohnanlage für Senioren gebaut. „Seitdem haben wir wieder großen Zulauf“, sagt die Leiterin erfreut. Rund ein Dutzend Frauen seien jeden Mittwoch in den Räumen des Gemeindehauses an der Ellerbeker Straße fleißig. Mehr noch: „Sie sind mit Leidenschaft dabei“, sagt Mahrt.

Reger Austausch von Ideen

Kaffee, Tee und Gespräche über die Familie, Freunde und das Neueste aus dem Dorf tragen zur guten Atmosphäre bei. Tipps und Ideen werden dabei rege ausgetauscht.

Noch einen weiteren, positiven Effekt hat Mahrt beobachtet. „Viele der Frauen haben seit Jahren keine Handarbeiten mehr gemacht“, weiß die Organisatorin. Beim Handarbeiten würden die Seniorinnen alte Fähigkeiten wiederentdecken und auch an gegenseitigem Lob nicht sparen. „So ein kompliziertes Muster zu stricken ist wie Gehirn-Jogging“, sagt Mahrt. Zwei der Damen töpfern auch filigrane Figuren oder Wand-Reliefs, die anschließend liebevoll bemalt werden. Wichtel, Engel und Krippenfiguren erfreuten sich auch bei den Kirchgängern großer Beliebtheit, berichtet Mahrt.

„Im großen Wandschrank liegen noch zahlreiche Stoffe und Stoffreste – jetzt brauchen wir nur noch jemanden, der nähen kann“, wirbt sie um weitere Mitstreiterinnen. Auch eine Nähmaschine sei vorhanden. Wollspenden benötigen die Damen indes mittlerweile nicht mehr – die Schränke sind voll. „Wir wollen allen, die uns Materialien gebracht haben, noch einmal ganz herzlich danken“, sagt Mahrt – und strahlt mit den Handarbeiterinnen um die Wette.

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