Rewe-Erweiterung früher als geplant

Der Supermarkt am Bönningstedter Markt soll seine Verkaufsfläche in naher Zukunft vergrößern dürfen.
Der Supermarkt am Bönningstedter Markt soll seine Verkaufsfläche in naher Zukunft vergrößern dürfen.

Beschleunigtes Verfahren ermöglicht zügigen Ausbau des Nahversorgers

shz.de von
25. August 2018, 16:00 Uhr

Der Rewe-Markt in der Gemeinde Bönningstedt soll erweitert werden. Das steht bereits seit einigen Monaten fest (unsere Zeitung berichtete). Während der ersten Sitzung des Bönningstedter Ausschusses für Bauwesen und Umweltschutz in der neuen Amtszeit wurde nun deutlich, dass das Verfahren schneller vonstatten gehen könnte, als ursprünglich gedacht.

„Nach einigen Änderungen im Baugesetzbuch haben wir gemeinsam mit der Verwaltung noch einmal alles geprüft“, erläuterte Ingenieur Bernd Schürmann, der mit der Planung beauftragt ist. Bei der Überprüfung komme insbesondere der Paragraf 13 a „Bebauungspläne der Innenentwicklung“ des Baugesetzbuches zum Tragen.


Öffentlichkeit wird informiert

Dieser besagt: „Ein Bebauungsplan für die Wiedernutzbarmachung von Flächen, die Nachverdichtung oder andere Maßnahmen der Innenentwicklung kann im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden.“ Laut Schürmann treffe dieser Abschnitt des Gesetzbuchs auf die Situation in der Gemeinde zu. Demnach könne ein vorhabenbezogener B-Plan viel schneller als sonst üblich auf den Weg gebracht werden. „Wir können somit in ein beschleunigtes Verfahren überleiten. Das bedeutet für uns eine ganz erhebliche Erleichterung bei den Leistungserbringungen.“

Demnach könne auf einen Umweltbericht verzichtet werden. „Dennoch wollen wir diesen Aspekt keinesfalls außer Acht lassen. Allerdings würden wir für ein 50-seitiges Gutachten viel Geld ausgeben, wobei vermutlich lediglich zwei Seiten für uns entscheidend wären“, sagte Schürmann.

In einem beschleunigten Verfahren sei es außerdem nicht notwendig, eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und Behörden sicherzustellen. Dem will das Planungsbüro nur teilweise folgen: „Wir empfehlen allerdings, die Öffentlichkeit dennoch mit einzubeziehen“, betonte der Ingenieur. Eine frühzeitige Beteiligung der Behörden sehe er tatsächlich nicht als zwingend notwendig an. „Wir sehen dort keine wesentliche Betroffenheit. In der Hauptbeteiligung werden die Behörden ohnehin bedacht.“

Den Ausführungen stimmte auch Michael Görres von der Quickborner Verwaltungsgemeinschaft zu. „Inhaltlich ist das alles richtig. Wir hatten anfangs die Befürchtung, dass die Öffentlichkeit in dem Verfahren nicht mitgenommen wird. Das halten wir nicht für richtig, da dieses Thema in Bönningstedt von großem Interesse ist“, erläuterte Görres. Umso besser sei es, dass auch das Planungsbüro sich für die frühzeitige Beteiligung entschieden habe. „Die Öffentlichkeit wird jetzt wie bei einem normalen Verfahren informiert.“

Des Weiteren betonte Görres, dass mit der Entscheidung für die Erweiterung des Rewe-Markts gleichzeitig auch ein Nahversorger an anderer Stelle endgültig vom Tisch sei. „Ein anderer Standort, wie etwa weiter südlich in der Kieler Straße, fällt damit weg. Das muss nicht für immer so sein, aber erstmal wird mit der Entscheidung für Rewe das andere nach hinten gestellt“, so Görres. Er halte es für sinnvoll, sich auf eines der Projekte zu konzentrieren.

Den Sachstand nahm das Gremium zur Kenntnis. Eine Entscheidung wurde nicht getroffen, das Thema wird während der nächsten Sitzung des Ausschusses für Bauwesen und Umweltschutz am Donnerstag, 13. September, erneut auf der Tagesordnung stehen.

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