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Serie: Mensch Nachbar : Rettungshundführerin Stefanie Blöcker aus Bönningstedt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Zusammen mit acht Pfoten im Such-Einsatz. Mit Jim Knopf und Trudie Bernstein wird zweimal die Woche Menschensuche trainiert.

von
erstellt am 14.Mär.2015 | 16:00 Uhr

Bönningstedt | Stefanie Blöcker (35) strahlt, wenn sie von ihrem Ehrenamt erzählt. „Eigentlich wollte ich immer zur Feuerwehr, weil mein Mann da auch ist,“ sagt sie. Die Bönningstedterin suchte eine Beschäftigung für ihren Hund Jim Knopf, als sie auf dem Dorffest in Bönningstedt eine Vorführung der ASB-Hundestaffel Eimsbüttel erlebte. Das war 2005. Seitdem ist die 35-Jährige selbst Mitglied der Staffel. Damit war das Thema Feuerwehr für sie vom Tisch – das ehrenamtliche Engagement jedoch nicht. „Es war mir immer besonders wichtig Menschen zu helfen, egal wie“, sagt sie.

Dass Blöcker dabei Hilfe von einem Vierbeiner erhalten würde, hätte sie nicht erwartet. „Als Kind hatte ich einen Wellensittich, aber keinen Hund“, sagt sie. Mit dem Umzug von Kiel zu ihrem heutigen Mann nach Bönningstedt habe es zwar kurz den Gedanken gegeben, dass man auf dem Dorf einen Hund haben müsse, der wurde aber zunächst verworfen. „Und dann suchte Jim Knopf ein Zuhause“, sagt Blöcker. Er sei ein Charakterhund und habe ihren Mann und sie davon überzeugen können, dass er bei ihnen ein Zuhause finden würde. „Der kann auch ohne Worte überzeugend sein,“ sagt sie lachend.

Zusammen mit dem schwarzen Jagdhundmischling absolvierte Blöcker die zweijährige Ausbildung. Dabei gehe es nicht nur darum, dass das Tier lernt, dass wenn es einer Witterung folgt, dafür belohnt wird, sondern auch Blöcker musste als Hundeführerin die Schulbank drücken. „Wenn wir den Gesuchten finden, dann sind die Rettungskräfte noch nicht vor Ort. Das bedeutet, wir müssen die Zeit so gut wie möglich überbrücken“, sagt sie. Darum hat die Rettungshundführerin eine Sanitätsausbildung absolviert und bei Einsätzen immer einen Notfallrucksack dabei.

„Schwierig ist es, wenn man nach Kindern sucht – da geht das Kopfkino dann meistens los“, sagt die Mutter einer vier Monate alten Tochter. In den zehn Jahren, die Blöcker mit Jim Knopf im Einsatz war, habe sie „einiges mitgemacht“. „Von dem Betrunkenen, den wir gefunden haben, bis hin zur Person, die wir tot aufgefunden haben“, sagt Blöcker nachdenklich. Um mit solchen Erfahrungen umzugehen, erhalten die Einsatzkräfte Hilfe. „Sonst würde man das auch nicht überstehen“, sagt die Hundeführerin gefasst. Die Mitglieder der Hundestaffel werden Tag und Nacht gerufen, wenn sie gebraucht werden.

Aktuell ist Blöcker jedoch nicht einsatzbereit. Zum einen wird die Tochter noch gestillt, zum anderen ist Rettungshund Jim Knopf seit Kurzem in Rente. „Er kann nicht mehr so gut sehen und hören.“ Mit Nachwuchshund Trudie Bernstein steht die Prüfung zum Rettungshund, die alle 18 Monate wiederholt werden muss, noch an. Zweimal die Woche trainiert die junge Frau mit ihren Hunden, einmal vier Stunden, einmal acht. Ihre Freizeit verbringt sie mit den Tieren oder damit, neue Übungsplätze zu suchen.

Die Tochter spielt die Hauptrolle

Im Haushalt Blöcker stand bis zur Geburt der Tochter das Ehrenamt immer an erster Stelle. „Es gab mal ein Silvester, da war ich vor Mitternacht im Einsatz, dann haben wir zusammen angestoßen und dann ist mein Mann los“, sagt Blöcker und zuckt mit den Schultern. Das gehöre eben dazu. Und auch manche Geburtstagsfeier sei, sobald eine Einsatzmeldung kommt, vorbei.

Nun spielt aber das kleine Mädchen die Hauptrolle. Blöcker nimmt das gelassen. Zum Training geht es schließlich trotzdem noch. „Da kommt sie mit und jeder kümmert sich mal, so ist sie immer an der frischen Luft“, sagt Blöcker lachend. Zum Einsatz könne das Kind aber natürlich nicht mit. Daher muss sich Blöcker noch etwas gedulden, bis sie wieder Menschen helfen kann.

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