Dorfladen in Hasloh : Rettung vorerst gescheitert

Schluss für immer? Der Nahversorger hat unter der derzeitigen Leitung heute zum letzten Mal geöffnet.
Schluss für immer? Der Nahversorger hat unter der derzeitigen Leitung heute zum letzten Mal geöffnet.

Hasloher „nah & frisch“-Markt schließt. Frischfleisch-Theke und Postfiliale dicht.

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26. Juli 2014, 10:00 Uhr

Hasloh | „Bis Dienstag haben wir noch gehofft, dass es weitergeht“, sagt Jan-Peter Fülscher von „Jensen’s Landschlachterei“. Das Hemdinger Familienunternehmen betreibt eine Frischfleisch-Theke in der Hasloher „nah & frisch“-Filiale am Garstedter Weg. „Wir haben intensive Verhandlungen mit dem Vermieter geführt, weil wir eine neue kompetente Betreiberin gefunden hatten, die den Markt weiterführen wollte“, berichtet Fülscher.

Doch letztlich seien die Verhandlungen am Mietpreis gescheitert. „Das Objekt wurde durchaus zum ortsüblichen Preis für eine Gewerbeimmobilie angeboten – nur für die Interessentin war dieser Preis eben nicht machbar“, betont Fülscher.

Besonders bedauerlich sei das, weil in den vergangenen 20 Monaten, in denen Fülscher und sein Team die Fleischtheke betrieben, die Akzeptanz deutlich gestiegen sei. „Unsere Umsätze sind um 30 Prozent gestiegen, wir sahen Perspektiven und auch die notwendige Kaufkraft vor Ort“, bedauert der Unternehmer. Auch für die Mitarbeiter sei dies bedauerlich, denn das Team habe sehr gut zusammengearbeitet.

Vermieter Jörn Lührsen sieht sich in einer „sehr schwierigen Situation“. Es sei sehr schade für Hasloh, dass dieses Traditionsgeschäft verloren gehe. „Als Vermieter ist es nicht mehr rentabel, das Verhältnis stimmt nicht mehr“, sagt Lührsen angesichts der Unterhaltungskosten für das Gebäude und den Investitionen, die notwendig seien, um den Laden auf Vordermann zu bringen.

„Über drei Generationen hinweg ist der Laden als Familienbetrieb geführt worden, da steckt viel Herzblut drin“, beteuert der Vermieter. Doch offenbar sei es schwierig für kleinere Geschäfte, sich zu behaupten. „Bislang liegt mir kein adäquates Angebot für eine Nachfolge vor“, bedauert Lührsen. Sofern die Konditionen stimmten, würde er das Ladengeschäft gern wieder vermieten. „Da müsste ein vernünftiges Paket geschnürt werden, bei dem auch der Lieferant mitspielt“, so Lührsen weiter.

Sollte sich tatsächlich ein neuer Betreiber finden und der Nahversorger weitermachen können, wären wohl auch die Post-Filiale und die Lotto-Annahmestelle gerettet. Und vielleicht steigt dann auch „Jensen’s Landschlachterei“ wieder ein: „Die Hasloher sind uns ans Herz gewachsen, der Abschied fällt uns schwer“, schreibt Fülscher im Flugblatt, das die Kunden über die Schließung informiert.

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