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Kreis Pinneberg : Retter warnen: Nicht auf zu dünnes Eis wagen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

In diesem Winter ist im Kreis Pinneberg noch niemand eingebrochen. Sollte das frostige Wetter jedoch anhalten, steigt laut Retter die Gefahr, dass die ersten aufs Eis gehen. Sie warnen eindringlich davor.

Kreis Pinneberg | Für die Retter aus dem Kreis Pinneberg gab es in diesem Winter noch keinen Anlass, aktiv zu werden. „Bisher haben wir keine Meldung, dass jemand im Kreis Pinneberg ins Eis eingebrochen ist“, sagt Stephan Aeffner vom Lagedienst der Kooperativen Rettungsleitstelle West in Elmshorn. Sollte ein Notruf eingehen, alarmieren Aeffner und seine Kollegen die jeweilige Feuerwehr vor Ort sowie die DLRG, um ein Unglück zu vermeiden.

„In den vergangenen Jahren waren bei uns so gut wie keine Eisrettungen notwendig“, führt Aeffner aus. Dies sei jedoch nicht der Vernunft geschuldet, sondern weil die Winter schlichtweg sehr mild und Eisflächen rar waren. Sollte das frostige Wetter der vergangenen Tage anhalten, steige die Gefahr, dass Kinder wie auch Erwachsene ins noch nicht tragfähige Eis einbrechen. „Noch zwei bis drei Tage und die ersten werden doch aufs Eis gehen“, prophezeit Aeffner und befürchtet, dass dann bei ihm in der Rettungsleitstelle das Telefon klingeln wird.

Durch Leichtsinn komme es immer wieder zu Unfällen

Eigentlich ist es fast schon ein Ritual: Wie auch in den vergangenen Jahren ziehe es nach den ersten Frosttagen Kinder, aber auch Erwachsene, an zugefrorene Teiche und Seen. Durch Leichtsinn komme es dann aber immer wieder zu Unfällen. Am 29. Januar waren in Kiel etwa drei Kinder ins Eis eingebrochen und kamen mit starken Unterkühlungen ins Krankenhaus.

Die Verantwortlichen der Rettungskräfte mahnen jedes Jahr erneut: Damit ein Teich oder See wirklich zufriert, müsse es ein paar Tage konstant sehr kalt sein. Das Eis brauche Zeit, um tragfähig zu sein. Je nach Temperatur und Sonneneinstrahlung kann das mehrere Wochen dauern.

Dunkle Stellen verraten: Hier ist das Eis noch zu dünn

Die Temperaturen der vergangenen Tage seien jedoch noch nicht ausreichend, so dass für das Betreten der zugefrorenen Wasserflächen höchste Lebensgefahr bestehe. Seitens der DLRG gilt die Maßgabe, dass Eisflächen für das Betreten eine Dicke von 15 Zentimetern, bei Bächen und kleinen Flüssen sogar 20 Zentimeter aufweisen müssen. Dies gelte auch für seichte Gewässer, die oftmals als vermeintlich ungefährlich eingeschätzt werden. Bricht man in solche Gewässer ein, drohe die Gefahr, unter die Eisfläche zu rutschen.

Und selbst wenn es eine ausreichend lange Frostperiode gab, sollten einige Sicherheitshinweise unbedingt beachtet werden: Die wichtigste Regel sei, nie aufs Eis gehen, wenn niemand in der Nähe ist. Dunkle Stellen auf der Eisfläche verraten: Es ist noch viel zu dünn. Hier droht Gefahr, einzubrechen.

Wenn das Eis knistert oder knackt, soll es sofort verlassen werden. Hierfür habe es sich bewährt, sich flach auf das Eis zu legen, um das Gewicht zu verteilen und sich in Bauchlage zum Ufer begeben – selbst wenn die Kleidung nass wird, sei dies immer noch besser als einzubrechen. Wer doch einbricht, soll laut um Hilfe rufen und sich am Eisrand festhalten. Wichtigstes Anliegen sollte es sein, dass der Körper aus dem Wasser kommt.

Beim Retten Gewicht großflächig auf das Eis verteilen

Wer einem Eingebrochenen helfen möchte, habe unbedingt zuerst seinen eigenen Schutz zu beachten. Vom Land aus können Stangen, Äste und Leinen dem Eingebrochenen gereicht werden. Muss zur Rettung die Eisfläche betreten werden, so sollte das Gewicht möglichst großflächig auf das Eis verteilt werden. Ein gutes Hilfsmittel sind beispielsweise Leitern.

Nach der Rettung aus dem Eis sollte der Patient in einem beheizten Raum langsam aufgewärmt werden und sich grundsätzlich in ärztliche Behandlung begeben.

Eisrettung gehört zum Trainingsprogramm jeder Feuerwehr

Eltern sollten Ihre Kinder eindringlich auf die Gefahren des Eises aufmerksam und mit den Rettungsregeln vertraut machen. Auch Hunde sollten davon abgehalten werden, die Eisfläche zu betreten. Kinder dürfen somit auf keinen Fall etwas auf die Eisfläche werfen, das vom Tier apportiert werden soll. Bricht das Tier ein, könnte sich das Kind zur Rettung berufen fühlen und selbst einbrechen.

Zum Glück, so Aeffner, gehöre die Eisrettung zum Trainingsprogramm jeder Feuerwehr und der DLRG sowieso. Ende Januar hatten beispielsweise die Kameraden aus Halstenbek auf dem Krupunder See eine Übung. „Das Eis war an manchen Stellen zehn Zentimeter dick, an anderen schwammen die Enten“, erinnert sich der stellvertretende Wehrführer Kai Semmelhack. Dort wurde den Halstenbekern einmal mehr bewusst, welche Gefahren vom Eis ausgehen können. 

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erstellt am 12.Feb.2017 | 10:00 Uhr

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