Strassenausbau : Resolution gegen K22-Hängepartie

SPD-Fraktionsvorsitzende Verena Fischer-Neumann.
SPD-Fraktionsvorsitzende Verena Fischer-Neumann.

Die Mehrheit der Tornescher Politiker erhöht mit einer gemeinsamen Forderung den Druck auf den Kreis Pinneberg.

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20. März 2014, 16:00 Uhr

Tornesch | Der Tornescher Stadtrat hat am Dienstagabend im Rathaus mit einer breiten Mehrheit eine Resolution an den Kreistag verabschiedet. Darin werden die Mitglieder des Kreistages aufgefordert, sich für einen zeitnahen Ausbau der Kreisstraße 22 einzusetzen. Lediglich die FDP stimmte gegen die von den Sozialdemokraten beantragte Resolution.

Mehrere Jahrzehnte beschäftigt die K22 schon die Stadt Tornesch. Zirka 30 Millionen Euro soll es kosten, die Verbindung zwischen Uetersen und der Landesstraße 110 in der Nachbarstadt Tornesch auszubauen. „Wir müssen ein Zeichen setzen, dass wir die K22 mit breiter Mehrheit wünschen“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Verena Fischer-Neumann. „Es ist Zeit zu handeln und eine Entlastung des Ortszentrums zu schaffen“, betonte CDU-Fraktionschef Christopher Radon. Die Christdemokraten hätten zwar lange Zeit eine großzügige Südumgehung favorisiert, die die Möglichkeit beinhalten sollte, eine weitere Anbindung an die A23 in Höhe der GAB zu realisieren. Diese Alternative sei jedoch nur schwer oder gar nicht zu realisieren. Deshalb nun der Kurswechsel. „Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach“, erklärte Radon.

Der Beschluss des Rates ist eine Reaktion auf die Entscheidung des Kreistages, die Planungsgelder für dieses Jahr auf 100.000 Euro zu begrenzen. Für die Tornescher Politiker nicht nachvollziehbar. „Es müssen Signale des Aufbruchs und nicht des Hinauszögerns gesandt werden“, heißt es in der Resolution. Die Vernachlässigung der Infrastruktur und damit die Behinderung der wirtschaftlichen Entwicklung könnten unmöglich im Sinne der Kreistagsabgeordneten sein. Der Ausbau der K22 sei die einzige realistische Möglichkeit, das Verkehrsaufkommen im Tornescher Ortszentrum zu bremsen und den Verkehrsfluss aus Uetersen zu gewährleisten. Bei einer zeitnahen Umsetzung soll zudem berücksichtigt werden, dass der Verkehrsabschnitt, der die Bahn in Esingen untertunnelt, vor oder gleichzeitig mit dem Teilstück realisiert wird, das auf der bestehenden Trasse nach Uetersen führt.

„Bevor kein Planfeststellungsbeschluss des Landes vorliegt, ist eine Resolution an den Kreistag sinnlos“, begründete Gunnar Werner (FDP) die ablehnende Haltung seiner Fraktion. Dem Kreis sind nach seiner Auffassung ohne die Vorarbeit aus Kiel die Hände gebunden. Ohnehin seien noch nicht einmal alle erforderlichen Grundstücke erworben.

Bürgermeister Roland Krügel betonte, dass eine Resolution bestimmt nicht schaden könne. Dass der Ausbau der K22 kommt, ist für ihn trotz der Jahrzehnte andauernden Hängepartie klar. Schließlich sei ein entsprechender Vertrag zwischen den Städten Tornesch und Uetersen sowie dem Kreis abgeschlossen worden. Der stammt aus dem Jahr 1981.

Die Tornescher Politiker hoffen nun, dass der Uetersener Rat möglichst bald nachzieht und am Montag, 24. März, auf der Ratsversammlung auch eine Resolution verabschiedet. Laut Uetersens Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD) bereiten die politischen Fraktionen eine gemeinsame Formulierung vor.

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